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Alborosie Interview 2011

18.04.2011

Alborosie, der Reggae-Star aus Italien kam am 13.4.2011 für sein zweites Berlin-Konzert ins YAAM. Zusammen mit der Shengen Clan Band füllte er den Club und performte in bester Manier. Nach gut 90 Minuten Live-Action trafen wir Alborosie im Tourbus zu einem gepflegten Interview.

 

RIB: Schön dich wieder in Berlin zu haben. Drei Jahre zuvor haben wir bereits ein Interview mit dir gemacht.

Alborosie, du bist schon so lang im Business und erst das zweite Mal in Berlin. Wie kommts?

 

ALBOROSIE: Ich komme oft nach Deutschland. Zum Beispiel Reggae Summer Jam, drei Mal schon in Chiemsee. Ich toure nach den Festivals durch die Clubs. Ich mag Deutschland, und wenn sie mich einladen, komme ich gerne und performe.

 

RIB: Morgen hast du ein Konzert in Paris. Mit dabei sind Alpha Blondy und Gentleman. Auf seinem neuen Album featurest du ihn sogar. Gibt es zwischen euch eine längere Freundschaft?

 

ALBOROSIE: Gentleman ist für mich wie ein Bruder. Für mich ist er der erste DJ aus Europa. Gentleman wird für mich immer wie eine Vater-Figur sein. Das ist die Beziehung zwischen uns, geprägt durch Respekt für unsere Arbeit.

 

RIB: Ich habe dich heute Abend das erste Mal gesehen und ich fand deine Performance und die Band sehr kraftvoll. Wenn ich deine Songs zu Hause höre kriegt man so das Ganjah Gefühl. Cool, smooth, relaxed.

Was machst du eigentlich lieber. Platten aufnehmen oder auf der Bühne zu stehen?

 

ALBOROSIE: Weißt du, das sind zwei verschiedene Dinge. Im Studio kannst du einfach Musik machen und dich zurücklehnen. Aber auf der Bühne gehts es nicht nur um dich. Du musst die Leute unterhalten, ansonsten bist du kein Entertainer.

 

RIB: Heute Abend hattest du ein paar Dancehall Einlagen. In unserem ersten Interview sagtest du, Dancehall sei nicht dein Ding; zu viel Homophobie und so. Wie ist deine Einstellung zu Dancehall heute?

 

ALBOROSIE: Meine Musik ist kein Dancehall, es ist Raggamuffin. Was wir live spielen ist Raggamuffin. Das ist der Ursprung der Musik. Heutzutage ist Dancehall anders. Mein Style ist Reggae, Rub-A-Dub, Raggamuffin und One-Drop. Ich werde nie etwas anderes machen.

 

RIB: Aber dennoch hast du mit einigen Dancehall-Artist zusammengearbeitet.

 

ALBOROSIE: Ja, warum nicht. Wenn die Stimmung da ist. Wobei ich persönlich nur zwei Dancehall-Songs überhaupt gemacht habe.

 

RIB: Heute Abend habe ich viele Leute italienisch sprechen gehört. Wie ist deine Home-Massive in Italien?

 

ALBOROSIE: In Italien bin ich wie Gentleman hier in Deutschland.

 

RIB: Du hast noch nie auf italienisch gesungen.

 

ALBOROSIE: Richtig, vielleicht sollte ich das mal machen. Aber ich habe etwas Angst davor.

 

RIB: Letzte Woche haben wir Africa Unite getroffen. Du arbeitest auch mit ihnen zusammen?

 

ALBOROSIE: Ohne sie, wäre ich nicht hier. Ihr Keyboarder ist mein Producer seit dem ersten Tag. Er hat immer ein Auge auf mich. Africa Unite sind in Italien eine Institution und das seit 30 Jahren. Sie sind alt...

 

RIB: Ja, aber immer noch am Start.

Du bist ja heute das zweite Mal hier. Hattest du Gelegenheit etwas von der Stadt zu sehen oder huscht du nur von Performance zu Performance?

 

ALBOROSIE: Heute sind wir den ganzen Tag umher gefahren. Wir waren zwei Tage zuvor in Wuppertal, gestern in Hamburg und jetzt düsen wir gleich schon wieder nach Paris.

 

RIB: Und hast du etwas von Berlin gesehen?

 

ALBOROSIE: Ich sehe ne Menge junger Leute und viel Energie. Ich sehe Skateboarder, Writer und Musiker. Ich sehe Deutschland immer als ein Land, dass ne Stufe höher steht. Die meisten hier sprechen Englisch, sie sind gebildet und sehr stolz darauf. Wenn ich nach Deutschland komme, sehe ich Culture. "Most love Germany" Jedes Mal, wenn ich nach Deutschland komme, fühle ich mich wohl. Ich sehe einen Ort, der sich immer verändert und in Bewegung ist. Durch meine Touren sehe ich viele Orte, viele von denen sind nicht up to date.

 

RIB: Eine politische Frage zu Italien in Bezug auf Berlusconi. Wie siehst du die Entwicklung in Italien diesbezüglich?

 

ALBOROSIE: Momentan ist die Situation völlig verrückt. Ich weiß nicht, was ich dir dazu sagen kann. Aber wer ist verrückt? Nicht Berlusconi, sondern die die ihn gewählt haben. Ich bin konfus. Wenn ich auf Tour bin, sehe ich auch viele Dritte Welt Länder, in denen es politische Probleme gibt: Korruption und Kriminalität, die bis in die Politik reicht; das kann ich verstehen. Aber Italien ist eigentlich ein entwickelter Staat, ähnlich wie Deutschland, Frankreich oder England.

Heutzutage lachen Leute über Italien, da fühle ich mich blöd bei. Ich bin demnach Teil dieser kranken Situation. Also bring ich meine Musik voran um dies zu ändern.

Aber abwählen müssen ihn die Bürger. Ich kann es nicht, da ich auf Jamaika lebe und dort mein Wahlrecht wahrnehme.

 

RIB: Vielen Dank für das Interview!

 

 

Interview by www.myspace.com/beeniedennsen

Review vom abend gibts auch auf Reggaestory.de

 

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