Reggae in Berlin
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Sebastian Sturm Interview 2011

11.12.2011

Am 03.12.2011 gastierte Sebastian Sturm im Berliner Yaam Club um sein neues Album „Get up and get going“ zu präsentieren. Diese Chance nutzen wir um den Aachener für ein kleines Interview zu begeistern.

 
Hallo Sebastian, wie fandest du die Show?
 
Fantastisch! So langsam weiß Berlin glaub ich bescheid was wir für Mucke machen. Ich denke, dass die Leute, die diese Musik feiern heute auch hier waren. Ich habe mir schon öfter Gedanken gemacht wie man die Leute in den Großstädten erreicht die wirklich den Roots Reggae abfeiern. Ich habe überlegt eine Kneipentour zu machen und 4 Tage am Stück in allen möglichen Kneipen zu spielen das es jeder mitbekommt. Aber so langsam entwickelt sich hier was und es macht immer mehr Bock nach Berlin zu kommen!
 
Also bist du mit der Berliner Atmosphäre mittlerweile zufrieden…
 
Ich bin sehr positiv überrascht. Ich war fast ein ganzes Jahr lang nicht am Start weil ich sehr lange für mein Album gebraucht habe und bin froh das es endlich wieder losgeht. Die CD ist draußen und die Tour geht los. Wir waren jetzt in Frankreich unterwegs, was der erste Part der Tour war und jetzt kommen die Deutschland Gigs. Es läuft auf jeden Fall gut an. Besser als erwartet!
 
 
Hast du einen besonderen Kontakt nach Frankreich, du bist ja oft dort und auch ein relativ großer Name?
 
Ja das kommt daher, dass wir in den letzten 5 Jahren übermäßig viel in Frankreich unterwegs waren. 2008 und 2009 hatten wir zum Beispiel mehr Gigs in Frankreich als in Deutschland. Dazu wurden wir in Frankreich auch viel besser promotet als in Deutschland. Wir haben da eine Bookingagentur die sich für uns reinhängen und die Musik cool finden die wir machen. Die mögen uns sehr und über sie konnten wir für einige große Künstler als Vorband spielen und dort das große Publikum abstauben. So ging das halt viel schneller.
 
Nächsten Montag spielt Danakil hier in Berlin, habt ihr mit denen auch schon zusammen gespielt?
 
Ja wir haben in Frankreich eine ganze Tour zusammen gespielt! Da zeichnete sich langsam ab das sie der neue große Reggaestern in Frankreich werden könnte und dann haben sie tatsächlich einen riesen Satz gemacht. Ich habe wirklich meinen Hut vor dieser Band gezogen. Sie haben tierisch schnell und geil weit entwickelt. Nächstes Jahr spielen sie auf jeden Fall auf dem Summerjam, vielleicht bekommen wir auch einen Slot, dann würden wir uns dort wieder sehen. Ich hoffe das die Jungs von Danakil als französische Band in Deutschland Fuß fassen könnten, das wäre geil!
 
Ich habe vor einiger Zeit ein Interview von Patrice gesehen in dem er sagte dass das französische Publikum viel euphorischer sind, wie siehst du das?
 
Da muss ich Patrice recht geben. Das ist einfach so! Die sind halt einfach verrückt nach Roots Reggae. Die feiern das ab der ersten Minute total ab. Ab dem Punkt bei dem man auf die Bühne kommt drehen sie ab. Die sind da einfach einen Punkt dichter an dieser karibischen Musik.
 
Du hast vor kurzem dein drittes Album veröffentlicht. Die Leute haben die für die ersten beiden Alben sehr viel Zuspruch gegeben. War da für dich eine Art Erfolgsdruck bei der Produktion von „Get up and get going“?
 
Also wenn man das dritte Album hört, dann denke ich schon das man raus hört das ich musikalisch mein Ding fahren möchte. Es ist und bleibt Roots Reggae aber was vorher glaub ich nicht möglich war sind diese kleineren Experimente wie beispielsweise Akustiksongs die ich bei mir zuhause aufnehme. Ich finde die total geil aber konnte sie auf den ersten beiden Alben einfach nicht unterbringen. Das ist jetzt halt für mich ein Fortschritt. Ich habe bei der dritten Scheibe viel mehr Regie geführt und konnte viel mehr lenken. Gerade bei solchen kleinen Experimenten habe ich einfach tierisch viel Spaß und das konnte ich hier viel mehr einbringen.
 
Aber es ist dir auch wichtig immer den typischen Sebastian Sturm Faden in der Hand hälst…
 
Naja, da steht Sebastian Sturm drauf und da soll auch der echte Sebastian Sturm sein! Bei den ersten beiden Alben hatte ich nicht das Gefühl, dass ich mich da verausgabt hätte. Ich habe das gemacht was möglich war mit der Band. Jetzt habe ich viel mehr Freiheit und ja,….wo Sebastian Sturm drauf steht muss auch Sebastian Sturm drin sein, sonst könnte ich ja nicht dahinter stehen! Aber nichts desto trotz bin ich mit meiner Band unterwegs, und das ist nicht nur irgendeine Backing Band sondern das ist meine Band. Ich bin genauso ein Teil dieser Band, sogar ein Gründungsmitglied. Wir haben auch schon überlegt das Sebastian Sturm Ding zu beenden und nur noch als Band loszuziehen, aber ich werde meinen Namen jetzt nicht mehr los. Zudem wäre die ganze Promotion der letzten Jahre dann umsonst gewesen. Jetzt ist es halt Sebastian Sturm in Exite Airline.
 
Du hast nun mehrfach gesagt „Wo Sebastian Sturm drauf steht soll auch Sebastian Sturm drin sein“. Sebastian Sturm ist grundsätzlich Englisch. Wieso
kein Deutsch?
 
Weißt du, ich habe nie deutsche Musik gehört. Selbst als Jugendlicher habe ich englischen Punkrock gehört. Für mich ist es sehr schwer. Ich habe es noch nicht raus einen deutschen Song zu singen und die gleichen Emotionen zu bringen die ich bei einem englischen Song rüberbringe. Zudem ist es total geil, dass du überall spielen kannst und die Leute dich verstehen. Wir waren zum Beispiel in Frankreich oder Spanien. Das wäre mit deutscher Musik nicht möglich. Da ist man dann auf Deutschland, Österreich oder die Schweiz angewiesen. Da kommt man dann nach 10 Jahren irgendwann an seine Grenzen. So habe ich vielleicht mal die Möglichkeit außerhalb von Europa zu spielen. Das wäre auf jeden Fall ein Traum von mir.
 
Hast du da ein speziellen Kontinent vor Augen?
 
Ich glaube, dass unsere Mucke überall, wo man Bob Marley cool findet, auch gut ankommen würde. Aus Brasilien kam mal eine Anfrage, aber das ist dann immer an den Flügen und so gescheitert. Man muss halt immer für 6 Leute Flüge bezahlen. Aber ich weiß schon, dass einige Menschen in Brasilien meine Musik hören. Das Internet macht sowas möglich. Außerdem würde ich total gerne mal in Indonesien oder Afrika spielen. Halt einfach mal raus hier!
 
Du kommst ja aus Aachen, wir würdest du die Szene dort beschreiben?
 
Eine Zeit lang war es echt cool. Aber dann haben einige Clubs zu gemacht, wie es wahrscheinlich in einigen Städten so ist. Momentan gibt es eigentlich so gut wie gar keine Reggaeszene, oder tue ich den Aachenern damit jetzt weh?...Naja es gibt nur eine sehr sehr kleine Szene. Aber dadurch das man mich halt kennt kommen viele Freunde und so zu meinen Konzerten. Aber das ist halt eher so „Ach komm, gucken wir mal was der Sturm so macht“. Aber im Grunde muss man schon eher nach Köln fahren.
 
Aber du spielst noch regelmäßig in Aachen?
 
Wir halten das eher rar. Wir spielen pro Jahr ein bis zwei Konzerte. Man kann sowas sehr schnell platt spielen. Wie gesagt, da gibt’s keine wirkliche Szene die das jedes Wochenende braucht. Dann ziehen wir das lieber zwei Mal vernünftig auf und dann bekommt man auch eine Halle mit 400 Leuten gefüllt. Oder beim Aachener Stadtfest oder so. Das sind halt solche Sachen wo man sich wieder zeigen kann. Ich habe auch noch ein anderes Projekt wo ich mit zwei Leuten aus meiner Band mit einer Akustikgitarre durch die Kneipen ziehe und wir unsere jamaikanischen Lieblingssongs zum Besten geben. Das kommt schon öfters vor.
 
Ist das lediglich ein Spaßprojekt oder habt ihr da konkrete Pläne?
 
Also es ist ganz klar ein Spaßprojekt. Das ist etwas was viele schwer begeistert. 3 stimmige Gesänge kommen bei ganz ganz vielen Leuten gut an. Die sagen dann wieder „top, der Sturm“. Aber in dieser Kombination sind wir halt öfters unterwegs.
 
Was sind denn deine persönlichen Pläne für das Jahr 2012?
 
Touren Touren und Touren. Endlich wieder auf den Festivals spielen die wir dieses Jahr leider verpasst haben. Aber alles was dieses Jahr nicht passiert ist soll nächstes Jahr passieren. Also Summerjam, Chiemsee, Bersenbrück wäre noch super geil.
 

Interview 3.12.2011 Marcus; Fotos Perry

 

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