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Ponto de Equilibrio

24.07.2008
Ponto de Equilibrio - Yaam 10.07.08


Wie ist die Band entstanden?

Wir kommen alle aus Vila Isabel, einem aufgeweckten Stadtteil Rio de Janeiros. Wir liebten alle Reggae, vor allem Roots Reggae und haben uns dann 1999 gegründet. Wir haben ziemlich von unten begonnen, weil auch unser Stadtteil nicht gerade zu den schönen, reichen Rios gehört, sondern an die Peripherie grenzt. Diese Realität und die Energie finden sich bis heute in unserer Musik wieder.

Wann habt ihr begonnen euch mit der Rastafari Philosophie auseinander zu setzen?

Die Reggae Musik hat uns zum Rastafari geführt. Jeder von uns lebt diese Philosophie auf seine Art. Wir arbeiten mit Reggae, leben und überleben vom Reggae, deshalb fühlen wir uns sehr verbunden. Die Musik ist sozusagen unsere Religion, es ist unsere Art eine Verbindung mit Gott zu finden.

Der Bandname “Ponto de equilíbrio” hat sicherlich mit der Philosophie zu tun…

Ponto De Equilibrio („Punkt der Ausgeglichenheit“) ist ein Punkt, den wir suchen, aber noch nicht gefunden haben. Deshalb gibt es so viel Krieg und Uneinigkeit auf der Welt. Dieser Zustand des Gleichgewichts ist aber keine Utopie. Wir glauben daran, dass alle Menschen ihn eines Tages erreichen können. Er symbolisiert auch die Einigkeit zwischen Himmel (Geist) und Erde. In der Mitte von beiden ist der „Ponto De Equilíbrio“


Gibt es die Reggaeszene in Brasilien schon lange?

Sie ist eher in den letzten Jahren stark geworden. Zwar hat Reggae schon seit Bob Marley begonnen die brasilianische Musik zu beeinflussen, eine Reggaeszene mit Bands, Konzerten, Festivals u.s.w. hat sich allerdings erst in den letzten Jahren entwickelt. Vor 10 Jahren, bevor wir uns gründeten, gab es kaum Reggaebands.

Reggae wird in einigen Kreisen Brasiliens nicht gerade hoch geschätzt. Es existieren viele Vorurteile, die den Reggae allein aufs Kiffen reduzieren. Stimmt das so? Wie schätzt ihr die Reggaeszene in Brasilien ein?
Ja, das stimmt. Diese Vorurteile bestehen aufgrund der Informationsdefizite der brasilianischen Bevölkerung. Leider muss man das so sagen. Das Problem ist auch, dass nur sehr wenige Leute Englisch sprechen und deshalb die positive Botschaft des Reggaes oft nicht verstanden wird. Für uns ist es deshalb so wichtig auf Portugiesisch zu singen, damit die Leute uns verstehen und wir etwas von dem rüberbringen können, was Reggae wirklich bedeutet. Aber das alles ändert sich auch gerade in Brasilien. Unsere Kinder und die von unserem Publikum werden schon mit Reggae aufwachsen und das wird viel verändern.

Ihr werdet als eine Band angesehen, deren Texte kritisch und radikal sind. Wie wichtig ist euch der Inhalt eurer Texte?

Für uns sind die Texte essentiell. Viele Bands in Brasilien singen nur von Liebe, Karneval oder Stränden, bei uns ist aber eine Botschaft das Wichtigste. Dadurch haben wir es allerdings nicht immer einfach. Da wir auch häufig über ernste Themen sprechen, werden wir nicht so gerne in den Medien gebracht. Aber wir schaffen es auch ohne und außerdem haben wir ein sehr treues Publikum.

Im letzten Jahr (2007) habt ihr euer Album „Abre a janela“ herausgebracht, seid damit durch Brasilien getourt, jetzt seid ihr in Europa, ist es das erste Mal hier?
Einmal waren wir schon in Portugal, aber jetzt sind wir zum ersten Mal in anderen Ländern Europas. Wir kommen gerade aus Italien, vom Rototom Sunsplash.


Wie war Euer Konzert?
Sehr positiv! Es waren Leute aus der ganzen Welt da und wir wurden sehr herzlich empfangen. Für uns war es auch eine große Ehre dort spielen zu dürfen, neben so vielen tollen Künstlern. Es war großartig!

Kommt in Brasilien etwas aus der Reggaeszene Berlins an?
Nur wenn man sucht, im Internet. Also wir wussten schon, dass es in Deutschland eine große Reggaeszene gibt, wir hatten schon davon gehört, aber das Meiste, was in Brasilien ankommt ist schon Reggae auf Englisch.

Was steht jetzt bei euch auf dem Plan?

Wir spielen noch in Norwegen und Portugal und dann geht’s erst mal zurück nach Brasilien, wo wir an unserer DVD weiterarbeiten werden. Wir haben auch vor ein paar Lieder auf Englisch (oder anderen Sprachen) aufzunehmen, damit uns die Leute hier auch verstehen können.

Also kommt ihr wieder nach Europa?
Auf jeden Fall, wir kommen gerne wieder.
Im Oktober werden wir ja auf dem Popkomm Reggae Festival spielen, das freut uns sehr.

Na dann bis Oktober und vielen Dank fürs Interview!

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