Reggae in Berlin
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NOSLIW-Interview

28.05.2008

23. Mai 2008, Columbia Club Berlin: Michael Berth (ex Jamaican Vibez/ JamFM) trifft Nosliw nach seinem Konzert, um mit Ihm über seine neue Heimatstadt Berlin zu plaudern.

 



M.B.: Nosliw, wie lief das Konzert gerade für Dich?

Nosliw: Klasse! Ich habe Spaß gehabt. Es war natürlich auch ein bisschen anstrengend. Wir haben einen Video- und Audiomitschnitt gemacht, da muss man sich natürlich immer ein bisschen mehr ins Zeug legen, aber ich bin zufrieden. Das Publikum war gut drauf. Ich hoffe es klang gut.

Konzerte in Berlin sind für Dich mittlerweile im Prinzip Heimspiele. Seit wann lebst du in Berlin?

Seit zwei Jahren. Im Mai 2006 bin ich nach Berlin gezogen.

Warum?

Der Grund sitzt neben mir. Schuld ist eine Frau ;-). Ich war 2005 mit den Brothers Keepers zusammen in Berlin demonstrieren gegen Nazis und dann standen wir auf einmal nebeneinander, kannten uns nicht und ich bin dann eine Woche in Berlin geblieben und nach einem Jahr Fernbeziehung habe ich mich dann 2006 entschieden nach Berlin zu ziehen. Natürlich ist die Stadt auch verdammt cool, aber der Hauptgrund ist schon eine Frau.

Berlin ist ja Anziehungspunkt für viele Künstler und Musiker, spürst du das auch, bzw. was hat Berlin besonderes für Dich als Künstler?

Berlin ist Knoten- und Treffpunkt für Kreative aus aller Welt. Natürlich gibt es auch derbe Atzen, die mir tierisch auf den Sack gehen, aber das ist ja in jeder Stadt so. Ich bin sehr froh hier zu leben, ich habe mich gut eingelebt. Ich kannte natürlich schon ´ne Menge Leute hier, bevor ich hergezogen bin. Es ist aber auch so, dass ich jetzt erst nach zwei Jahren wirklich in Berlin angekommen bin. Das liegt daran, dass ich als Musiker nicht nur in Berlin arbeite, sondern ständig unterwegs bin. Deshalb habe ich mich anfangs auf keinen Partys blicken lassen, weil es halt auch mein Beruf ist und ich froh war, wenn ich zu Hause sein konnte. Jetzt ziehe ich öfter mit meinen Freunden um die Häuser, beispielsweise mit den Jungs von meiner Band unternehme ich viel privat und da gibt es in Berlin natürlich viel mehr Möglichkeiten als zum Beispiel in Bonn, wo ich herkomme.

Beschreib doch mal den Vibe in Berlin im Vergleich zu Bonn.

Das kommt natürlich auf die Ansprüche an. Ich kann mir gut vorstellen in 20 Jahren wieder nach Bonn zu ziehen – ein schönes Häuschen, weil ich meine Ruhe haben will...
(natürlich gibt es auch in Berlin sehr viele ruhige Orte).
Aber jetzt in meiner Lebensphase ist Berlin genau richtig für mich. Ich bin mittendrin. Die Leute kommen in meine Stadt. Man trifft sehr viele Menschen hier. Berlin ist auf jeden Fall eine internationale Adresse.

Beschreib doch mal die Reggae Szene in Bonn, wo liegt der Unterschied zu Berlin?

Kann ich leider nicht so richtig sagen, auf was die Leute in Bonn so abgehen weil ich ja nicht mehr dort bin. Ich weiß, dass mittlerweile in Bonn auch reggaemäßig ziemlich viel geht, was halt früher überhaupt nicht so war. Ich weiß von den Sounds, dass sie sehr ausgewogene Sets spielen, viel Foundation und immer darauf bedacht neues und unbekanntes zu bringen. Aber es ist halt noch eine sehr junge Szene und ich bin aber auf jeden Fall stolz auf die Jungs. Soundvibration ist gerade die Speerspitze der Soundsystem Szene in Bonn, dann gibt es noch Monkey Business, dass sind meine Homies, die machen das hobbymäßig und haben sehr viel Spaß dabei. Ansonsten ist es natürlich sehr naheliegend mit der Bahn 20 Minuten nach Köln zu fahren.

Du hast vorher schon Deine Band erwähnt, die ist neu und sind aber eigentlich keine Unbekannten. Deine Band ist nämlich die Feueralarm Band aus Berlin. Seit ihr fest zusammen oder war das bloß für 1 - 2 Shows?

Nein, wir sind jetzt fest liiert ;-). Wir kennen uns auch schon eine Weile und ich hatte dann Ende letzten Jahres den Gedanken „Warum nicht mal mit denen spielen, die sind Berliner, die spielen gut, die haben Erfahrung und sie sind eine richtige Reggae Band." Ich hatte 4 Jahre eine Band aus Köln/ Dortmund/ Solingen. Mit denen war es super geil, dass waren super Musiker. Aber die waren keine reine Reggae Band, keine Reggae Liebhaber in dem Sinne, dass sie auch Sachen hören, die jetzt gerade aktuell sind. Nach 4 Jahren habe ich mir gedacht, da könnte man doch mal was Neues starten. Die Jungs von der Feueralarm Band waren gerade frei, kamen gerade zurück von Ihrer Tournee mit Jr. Kelly und ich bin sehr stolz darauf, dass die Band Bock hatte mit mir zusammen zu arbeiten. Die hängen sich richtig ins Zeug und es macht einfach riesigen Spaß. Ich freu mich auf die Sommer Festival Saison.

Hast du mittlerweile auch ein Studio in Berlin?

Ja, natürlich. Ich habe mein Vocal Recording Studio zu hause. Das ist so ausgelegt, dass ich meine Stimme auf die Festplatte bringe und dann direkt an die Produzenten schicke, wo es abgemischt wird. Das ist sehr entlastend für mich. Ich bin natürlich auch sehr gerne bei Teka in Köln und schlage mir die Nacht um die Ohren, aber es ist auch cool, morgens auf zu stehen und in Schlafsachen nach drüben zu gehen und seine Ideen aufzunehmen.

Also liegt dein künstlerischer Schwerpunkt mittlerweile auch in Berlin?

Also Rootdown ist halt die Basis und ich mach auch nach wie vor noch Produktionen mit Teka. Aber da er (Teka) ja so ein erfolgreicher, weltberühmter Produzent ist mittlerweile, hat er natürlich 1000 anderer Projekte am Laufen.
Ich bekomme natürlich auch viele Riddims zugeschickt. Zum Beispiel von Bassrunner Productions aus Wien, meine Band macht Riddims, mein Kumpel in Bonn, ich selber bastle Riddims und am Ende findet sich alles wieder bei Rootdown zusammen, für den Feinschliff.

Wieviele Projekte stehen bei Dir in nächster Zeit an? Du hattest auf der Bühne erwähnt, dass du ein Dancehall Album raus bringen wirst.

Richtig. Da bin ich dran. Leider kann ich mir gerade nicht die Zeit nehmen, die ich gerne hätte, also 2 Monate am Stück dran arbeiten, was zurzeit einfach nicht möglich ist, weil Sommer ist und ich auf vielen Festivals unterwegs bin. Natürlich ist auch privat viel passiert. Ich bin vor drei Wochen Vati geworden und da möchte ich natürlich auch so oft wie möglich zu Hause sein.
Ich will dieses Album aber auf jeden Fall noch dieses Jahr veröffentlichen. Ein reines digitales Dancehall Album – das wird noch mal was komplett anderes. Es haben sich natürlich einige beim letzten Album (Mehr davon) beschwert: „Da ist ja überhaupt kein Dancehall drauf?!". Aber „Mehr davon" sollte einfach ein konsequentes Album sein und genauso konsequent wird das nächste Album sein, halt mit Dancehall. 80% davon stehen schon, aber ich habe gerade unglaublich viel Input und ich möchte auf jeden Fall noch ein paar frische Songs mit den Erlebnissen aus diesem Jahr mit rein bringen.

Hast du vorher noch irgendwelche kleineren Releases am Start?

Ja. Es gibt von Oneness Records eine 7 inch Selection. „Dein Dein Dein" heißt mein Song und der Riddim „General Key". Produziert ist das Ganze von Morry von der Oneness Band aus München. (Infos: klick)

Dann die nächste Single, die das Album ankündigen soll, erscheint über Rootdown. „Ey Jo". Da gibt es eine kleine Selection, weil mich Mono und Nikitaman gefragt haben, ob sie den Riddim haben können und da hab ich natürlich ja gesagt. Die (M&N) haben einen Song darauf gemacht, der heißt „Kann ja mal passieren" (Infos: klick). Das kommt demnächst als Doppel 7 inch raus.

Dann gibt es noch ein Rap Projekt mit Germany aus Minden. Da habe ich ein Battle Track gemacht gegen all die „wacken Rapper" da draußen – witzige Sache. Ich hoffe die Leute nehmen das nicht zu ernst.

Einwurf von Michael: Werden sie machen, aber das ist immer so.
Nosliw: Dann ist der Song erst recht für sie.

Was ich auch noch unbedingt erwähnen muss ist der Sampler von Africa Rise. Das ist ein Projekt von John von Culcha Candela... klick
... da sind unglaublich viele Musiker mit am Start und das solltet ihr auf jeden Fall mal aus checken.

Das wars... reicht auch glaube ich.

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