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Martin Jondo - Interview

22.04.2009

Das Kreuzberger Lido ist bis unter die Decke mit Jondo Fans gefüllt. Während das Publikum bereits der Vorgruppe lauscht, hatte Ich die Möglichkeit, Martin Jondo in entspannter Atmosphäre Fragen zu sich und seinem neuen Album “Pure” stellen zu dürfen.

 

Hi Martin, es ist heute das zweite Mal, dass ich dich live sehen werde. Hast du irgendwelche Erwartungen an das Publikum?

MJ: Ich geh eigentlich immer möglichst erwartungslos daran. Ich probier einfach ne gute Performance zu machen, und am Ende des Abends entscheidet das Publikum ja, wie gut die Show war. Wenn sie wirklich Bock drauf haben, die Songs kennen und auch einfach Freude an der Musik generell haben, dann ist das super. Und wenn nicht, dann probiere ich sie halt aufzutauen. Aber Erwartungen, wenn ich auf die Bühne gehe, habe ich eigentlich nicht. Es ist jedes Mal wieder wie eine sportliche Herausforderung..


Was oder wer ist eigentlich die Inspiration für deine Musik?

MJ: Das Leben, die Sachen, die ich erlebt hab. Und einfach Emotionen. Das ist halt Musik, Musik hat nicht unbedingt was mit Geld oder Status zu tun, oder das man berühmt sein will. Oder dass ich die Bühne gesucht habe, weil ich Aufmerksamkeit gesucht hab. Für mich ist bei der Musik vordergründig, Emotionen auszudrücken. Und das hab ich damals von der Reggae Musik bekommen und aufgenommen wie z.B. Bob Marley, Peter Tosh, Bunny Wailer, Burning Spear. Das ist für mich eine emotionale Sache gewesen. Ich hab mich zu Hause und gut gefühlt, der Groove hat mir gefallen. Und die Inspiration war auch bei denen schon das Leben, was sie erlebt haben, was sie bedrückt. Das ist der Motor für meine Musik.

Dein Sound ist ja einzigartig. Was bewog dich zur Gitarre zu greifen?

MJ: Meine Mutter hat mich als ich so sieben Jahre alt war zum Klassikunterricht geschleppt. Dagegen hab ich mich immer gesträubt und letztlich geschafft, dass das nicht mehr stattfindet. Mit 15 Jahren bin ich dann auf Reggae Musik gekommen. Da hab ich von allein die Gitarre wieder ausgepackt und angefangen ein bisschen herumzuklimpern, das war dein so"n Selbstläufer. Ich hab mich dann mit Reggae auseinandergesetzt, sie nicht probiert sie zu lernen, sondern einfach selbst zu spielen und zu performen. Und das ist dann irgendwann die Grundlage für meine Musik geworden. Im Gegensatz zu vielen anderen Artists, die ja meistens über Riddims gesungen haben, hab ich immer über meine Gitarre gesungen. Später hab ich auch mal über Riddims gesungen, aber die Grundlage und was ich als erstes gemacht habe, war Gitarre spielen und singen. Das ist mein Leitfaden der sich durch meine Musik zieht. Auch schon bei meinem ersten Album „Echo & Smoke“ war es im Endeffekt so gewesen, dass ich die Songs auf der Gitarre geschrieben habe. Daraufhin bin ich ins Studio gegangen und hab die Songs produziert. Später hab ich mir eine Band gesucht, die das mit mir performt. Und bei dem „Pure“ Album ist es in sofern gar nichts neues, sondern zeigt einfach noch mal, wie ich angefangen habe, Musik zu machen. Am Feedback der Leute da draußen hab ich einfach gemerkt, dass sie das genießen und gut finden.


Du hast gerade dein neues Album „Pure“ angesprochen. Entsprechend dem Titel nennst du dich ja nur noch Jondo. Wie kam es dazu und was ist dein Message?

MJ: Es sind wieder Songs mit Emotionen und Geschichten, die ich im Leben erlebt habe. Und Jondo ist ja nicht mein Nachname, was viele Leute denken. Mein Vorname ist Martin Jondo, und auf dem Album wollte ich intimer werden. Aber ich wollte es nicht „Intim“ nennen, da war „Pure“ was da am besten gepasst hat. Grad im Reggae geht es ja um das pure Genießen und die Natur pur zu erleben. Und dadurch bin ich darauf gekommen.

Im Jahr 2004 wurdest du ja von den Riddim Lesern zum Newcomer des Jahres gewählt. Wie ist eigentlich dein Feedback im Ausland?

MJ: Da, wo ich spielen konnte und durfte, war es super. Ich hab in Frankreich ein paar Shows gespielt, in Portugal, wo das Feedback über enorm war. Das war das erste Mal, dass ich auf dem Süd Ost Festival gespielt habe. Ich bin dort in die Menge gegangen und die haben mich hoch gehoben. Das war zwar nicht wirklich Stage Diving, aber ich wurde zur Bühne zurück getragen.
In Polen habe ich zwei Mal gespielt, das war ein hartes Feedback, das war richtig krass. Da hat man gemerkt, dass die Leute die Musik total lieben, ihnen die Texte etwas bedeuten. Und Songs wie „Jah Gringo“ oder „Rainbow Warrior“, die gehen echt durch die Decke. Ich hab in Prag gespielt, das war auch voll der Knaller. In Schweden hab ich auf dem „Peace and Love Festival“ gespielt, da wusste ich gar nicht mehr was los ist. Da gab es Jondo Chöre vor meinem Konzert, die Leute haben meine Songs mitgesungen, und ich dachte „Wow!“.
In sofern gefällt mir super. Die Leute mögen einfach gute Musik.

Jondo, wie siehst du die Zukunft von Nord- und Südkorea, denkst du, dass es da eine Annäherung gibt oder sogar eine Entwicklung wie in Deutschland 1989/90?

MJ: Schwierig, also in Korea ist das so, dass die Wende in Deutschland aus wirtschaftlicher Sicht,eher als negativ gewertet wird. Aus menschlicher Sicht ist das gar keine Frage. In Korea ist das so, das wir den wirtschaftlichen Unterschied haben. In Nordkorea gibts Arbeitslager und so. Hinzu kommt der kulturelle Unterschied. Südkorea war Dritte Welt als meine Mutter hierher kam und heute ist es ein Industriestaat, was sie sich selber aufgebaut haben. Und das findet in Nordkorea ja gar nicht statt. Wenn sich das vermischen würde, wäre das eine sehr schwierige Sache, wovor auch viele Angst haben. Südkorea hat sich über zwei Jahrzehnte aufgebaut, und das könnte innerhalb kurzer Zeit auseinander brechen. Aus menschlicher Sicht ist es so, dass man die Wiedervereinigung will. Das hängt viel weniger vom Volk ab, als von den politischen Mächten, wie sie agieren. Es ist ne super schwierige Sache mit viel Anspannung. Ich war 2007 wieder in Seoul gewesen und sind dann zur Grenze gefahren, wo man drüber gucken kann. Jetzt ist es zwar nicht mehr so wie früher, wo auf Nordkoreanischer Seite Lautsprecher aufgebaut waren, aus denen Lieder und Texte wie “Südkorea, ihr seid ja so arm und habt kein Essen, bei uns ist es viel besser und uns geht es gut”. Insofern ist es wirklich hart und ich kann nicht sagen, wie sich das entwickeln wird. Ich hoffe natürlich. Aufgrund das meine Verwandten in Seoul leben, hab ich da auch nen Blick drauf, ob es denn dort bald knallt. Denn einen normalen Krieg wird Nordkorea nicht schaffen, da werden die bestimmt mit Atombomben kommen. Es ist schon "ne heikle Situation, auch in Südkorea. Man redet ungern darüber bzw. darf teilweise gar nicht darüber reden. Ich hoffe einfach, dass es sich eines Tages zum positiven wenden kann.

Vielen Dank für das Interview und viel Spaß bei der Show!

 

Dienstag, 14. April 2009, 21 Uhr. Dennis
 

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