Reggae in Berlin
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Interview Polish Connection

17.02.2012

Bei der Dancehallvibes-Party „The Polish Connection“ im Yaam trafen wir die führenden polnischen Soundsystems Dancehall Masak-Rah aus Warschau, Jahdas aus Wroclaw (Oberschlesien) sowie Dr.Ring Ding. Von den polnischen Sounds wollten wir wissen, wie die Reggae und Dancehall-Szene in unserem Nachbarland sich in den letzten Jahren entwickelte und Dr.Ring Ding erzählte uns von seinen Eindrücken und Projekten, die in letzter Zeit mit polnischen Bands und Produzenten entstanden sind.

 

Dancehall Masak-Rah setzen sich zusammen aus dem Veteranselektor Pablo 27, der schon hinter den Plattentellern stand, als es noch gar keine Soundsystem-Kultur in Polen gab, und dem talentierten Reggae-Dancehall Liveact Junior Stress. Die beiden veranstalten regelmäßige Dances und haben auch eine eigene Radiosendung am Start.
 
Jahdas ist seit 2001 als einer der beliebtesten Selektors des Landes und stand unter anderem schon mit Soundsystems und Künstlern wie Caveman Sound, Ragganoia, Solobanton, Deadly Hunter, Leftside, Caveman Sound oder Dr. Ring Ding auf der Bühne.
 
Willkommen in Berlin. Seid Ihr zum ersten Mal hier?
 
Pablo 27: Nein, wir treten heute zum zweiten Mal in Berlin auf. Das erste Mal war sehr speziell und die Leute wollten die ganze Nacht über ein und dasselbe Lied hören, aber wir hoffen, dass es diesmal besser wird.
 
Ihr habt in Warschau einen wöchentlichen Dance. Könnt Ihr uns mehr darüber erzählen?
 
Pablo 27: Ja, wir spielen seit 3,5 Jahren jeden Mittwoch im Mandala Club. Er ist immer voll und die Stimmung ist wirklich gut. Die Leute feiern, als gäbe es kein Morgen, auch wenn der Dance mitten in der Woche statt findet.
 
Dr Ring Ding: Ich war dort für den Videodreh von „Polish Vodka“ und es ist eine sehr spezielle Location. Tagsüber ist es ein indisches Restaurant und abends verwandelt es sich in einen Nachtclub.
 
Tretet Ihr auch in anderen Locations in Polen auf?
Pablo 27: Wir alle haben reguläre Jobs, aber wir spielen regelmäßig auf Festivals, wie zum Beispiel dem Ostróda Reggae Festival. Ich lege seit 15 Jahren in Polen auf und ich würde sagen, dass die Reggae und Dancehall-Szene in den letzten 10-15 Jahren sehr stark gewachsen ist, und der beste Moment ist wirklich jetzt. Die Leute lieben den Vibe uns sind verrückt danach, das Gleiche gilt auch für Dubstep und Ska. In Polen lässt sich jeden Tag eine Reggae Party finden.
 
Gibt es viele polnische Reggae Bands?
 
Pablo 27: Ja, wir haben ein paar sehr gute etablierte Bands, wie zum Beispiel EastWest Rockers, Izrael, Bob One, Bas Tajpan und Junior Stress, und es werden jeden Tag mehr.
 
Dr. Ring Ding: Ich habe gerade ein Singalong mit Bob One aufgenommen, man kann es auf Youtube anschauen.
 
Kommen viele internationale Soundsystems nach Polen?
 
Pablo 27: Die meisten kommen zu den Festivals. PowPow Movement kommen jedes Jahr, und die Leute lieben Gentleman. Er ist der Headliner der Festivals im Moment. Sogar wenn Bob Marley am Leben wäre, würde Gentleman das Rennen machen (lacht).
 
Welche Festivals würdet Ihr empfehlen?
 
Pablo 27: Das Ostróda Reggae Festival ist das größte in Polen und die Atmosphäre ist sehr familiär. Die Leute, die es veranstalten, haben ein echte Leidenschaft dafür und wir hoffen, dass es in Zukunft in eine gute Richtung entwickelt.
 
Dr. Ring Ding: Es ist vergleichbar mit dem Reggae Jam Festival in Deutschland, dem beliebtesten alternativen Reggae Festival in Deutschland, es ist nicht so kommerziell und sehr intim. Es gibt ein Dancehall-Zelt und eine Bühne für die Live-Künstler und Bands, und die Stimmung ist wirklich einmalig. Das Gute an Polen ist, dass die Leute voller Enthusiasmus sind und feiern, als wenn es der letzte Tag ihres Lebens wäre.
 
Wenn wir jetzt ein wenig persönlicher werden könnten, was genau ist Eure Motivation, Reggae und Dancehall zu machen?
 
Jahdas: Für mich bedeuten Reggae und Jamaikanische Kultur mein Leben. Ich wuchs auf damit, seit ich 14 Jahre alt bin und habe seitdem auch meine Freunde mit dem Virus infiziert. Ich höre aber auch Hiphop.
 
Dr RingDing: Ich habe immer schon alle Aspekte der jamaikanischen Musik geliebt. Als ich 17 war, fing ich an, in der deutschen Ska-Band „El Bosso & die Ping Pongs“ zu spielen, und heute ist übrigens das Release unseres neuen Albums, es heißt „Tag vor dem Abend“ und ist unser erstes Album seit 20 Jahren. Vor ein paar Wochen haben wir auch im Kesselhaus Berlin gespielt. Ich liebe alle möglichen Arten von Musik und ich mache verschiedene Projekte mit verschiedenen Soundsystems und Bands, ob es nun Ska oder Dancehall oder Roots Reggae ist. Ich mache auch andere Sachen, aber vor allem Karibische Musik. Und ich liebe es.
 
Dr. Ring Ding, was sind deine neuesten Projekte?
 
Dr Ring Ding: Ich habe gerade ein ganzes Album mit einem Producer aus Polen, Dreadsquat, aufgenommen, mit dem ich schon 5 Singles released habe. Das ganze Album ist im 80er Jahre Dancehall-Style, und wir werden es auf jeden Fall als Musikkassette rausbringen, um es richtig Oldskool zu machen. Und, ja, ich arbeite weiterhin mit diesen Jungs (Dancehall Masak-Rah) zusammen, und ich liebe Polen. Sogar, wenn Sie sagen würden „Ok, komm her, du kannst deinen Flug und dein Mietauto selber zahlen, aber du kriegst eine Flasche Vodka von uns“, würde ich es machen.
 
Pablo, ich habe gelesen, dass es einen einen Dancehall Queen Contest in Polen gibt.
 
Pablo 27: Ja, in Warschau ist es ein großes Event. Wir haben einige sehr talentierte Tänzerinnen, zum Beispiel Ula Afro. In Jamaica hat sie auf dem Dancehall Queen Contest den zweiten Platz gemacht. Das war ein Wendepunkt, und sie haben dort sogar eine Radiobeitrag über sie gemacht. Die besten Tänzerinnen haben sich ursprünglich auf unserem Dance getroffen und wir als Crew von Dancehall Masak-Rah werden diese Kultur noch mehr pushen.
 
Was hat es auf sich mit dem Drivah Dance?
 
Pablo 27: Wir hatten ein paar gute Dances und bei uns geht es um gute Stimmung und den Spaß an der SacheEs sind die einfachen Moves, die den Leuten Spaß machen, weil sie interaktiv sind und jeder mitmachen kann. In dem Sinne pushen wir den Dance, aber wir machen es auf unsere Art und Weise, und so kam der Drivah Dance auf. In Warschau ist es pure Unterhaltung und das komplette Gegenteil von dem,was Jahdas in Schlesien macht.
 
Jahdas, wie unterscheiden sich deine Events in Oberschlesien von denen in Warschau?
 
Jahdas: In Schlesien achten die Leute sehr viel mehr auf die Lyrics. Sie wollen polnische Songs von polnischen Artists, die sie verstehen können, und es geht ihnen um den Inhalt. Deswegen kommen die Leute bewußt wegen der Message zu den Parties.
 
Zu gutere Letzt, wie verbreitet ist das Rauchen von Marihuana in Polen?
 
Jahdas: In Polen rauchen sicher über eine Million Leute Marihuana, aber es ist komplett illegal. Es ist total lächerlich, aber wenn man auch nur mit einer kleine Menge erwischt wird, dann wir das härter bestraft als Kindermissbrauch. Das solle man wissen, wenn man nach Polen fährt.
 

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