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General Degree Interview 2012

11.12.2012

Es wurde mal wieder Zeit, einen der wichtigsten Wegbereiter des Dancehalls in Berlin begrüßen zu dürfen. Die Bass Station Crew lud daher den General am 5.12. ins Cassiopeia.

Mit in seinem Gepäck hatte er eine Vielzahl aus der guten alten Zeit des 90ies Dancehall, was die Hütte brennen ließ. Natürlich hatte Degree auch einige Songs seines kürzlich erschienenen Albums „Snapple Dapple Vol.1“ dabei. Nach der wirklich hervorragenden Soundsystem Show ging es zum Interview...Here we go......
 
RIB: Du bist wieder zurück in Berlin. Wie war der Abend?
 
General Degree: Der Abend war wundervoll. Es ist für mich eine Ehre hier zu performen. Das Berliner Publikum ist eine Hardcore Crowd.
 
 
RIB: Wann hat deine Tour gestartet?
 
General Degree: Ich habe am 23. November in Paris gestartet. Heute war bereits die 8. Show und fünf weitere kommen noch.
 
RIB: Du hast ja voll den Winter abgepasst. Ist es für dich ein Unterschied im Winter zu performen verglichen zum Sommer?
 
General Degree: Ich komme seit 2000 immer wieder für Shows nach Deutschland, Summer Jam, Splash. Heute bin ich das erste Mal im Winter hier. Es ist nicht so mein Ding, versteh mich nicht falsch. Ich komme aus den Tropen, und wenn du dann wo hinkommst, wo es so kalt ist, geht das auf die Stimme. Aber eine andere Sache: Heute Abend hat mich an Japan erinnert, wo die Menschen auch kein Englisch zur Muttersprache haben und dennoch voll auf die Musik und Texte abgehen.
 
RIB: Du hast ja den Old-School Dancehall geprägt und auch heute dabei gehabt. Wie siehst du die Entwicklung des momentanen Dancehalls?
 
General Degree: Nun, ich bin nicht der, der andere diskriminiert. Aber mir fällt auf, das die Leute sich über den Dancehall von heute aufregen und sich darüber ärgern. Ich lehne mich dann zurück und überlege, was das eigentliche Problem daran ist. Die jungen Artists respektieren nicht die alten Künstler, das bedeutet, ihnen ist egal, wer den Dancehall eigentlich etabliert hat, und ihnen die Grundvoraussetzung ermöglicht hat.
Schau dir die jungen Künstler mal an, wie sie live performen. Kurz gesagt: Sie gehen ins Studio, nehmen einen Track auf und das wars. Den Song dann live zu performen, dass überspannt dann meist ihre Fähigkeiten.Wir kommen aus der Ära, in der man als Künstler von 21 bis 6 Uhr morgens am Mikrophon stand und performte. Diese jungen Künstler, speziell die weiblichen von ihnen, die ich übrigens eher als Models sehe, haben diese Entwicklung nicht mitgemacht. Bei den Ladies sehe ich Sexyness und Schönheit, aber keine Künstlerqualitäten. Versteht mich nicht falsch, sie sind wunderschön. Aber meiner Meinung nach, stehen ihre Stimmen im Vergleich zu ihrer Schönheit hinten an. Dies betrifft natürlich nicht Künstlerinnen wie Lady Saw und speziell Ce'Cile, die beide ihre Akkreditierung als DJ haben. Von den derzeitigen weiblichen Künstlerinnen, sehe ich für mich, allerdings nur Tifa in der Reihe der guten neuen Künstlerinnen, alle anderen sind lediglich Make-Up.
Auf Jamaica gibt es eine Menge Radio-Shows, in denen viel 90ies Dancehall gespielt werden. Jeder Sender hat einen 90ies Tag. Sie haben also realisiert, dass der neue Dancehall nicht das Nonplusultra ist.
Da gibt es eine Show namens "Good Days", die sich den 80ies und 90ies widmet. Und ich bin stolz darauf, einer dieser Künstler zu sein, der diese musikalische Ära mitgestaltet hat. Wenn ich in Jamaica herumlaufe, habe ich sofort 200 Menschen um mich herum, die mich kennen und wissen, was ich geleistet habe. Das ist bei den neuen Künstlern nicht der Fall.
 
 
RIB: Yo Degree, warum hast du heute nicht so viel von deinem neuen Album gespielt?
 
General Degree: Ehrlich gesagt, habe ich mir das so gedacht. Ich komme auf die Bühne mit ein paar wenigen Songs des neuen Albums und gebe dem Publikum die 90ies. Das war mein Plan, wobei mein Augenmerk ein anderer ist. Ich toure genau zu der Zeit, wo sich alle über den momentanen Dancehall beschweren. Ich bring den Leuten, was sie wollen. Klar würde ich auch mehr den neuen Songs spielen, aber ich möchte die gute alte Zeit auferstehen lassen. Wenn auf Parties nun vermehrt die Songs meines neuen Albums gespielt werden, können sich daraus neue Klassiker entwickeln.
 
RIB: Also Degree, Snapple Dapple Vol. 1 ist draußen, dass bedeutet aber zugleich, dass es ein Vol. 2 geben wird. Hast du schon Material für das nächste Album und wann soll es raus kommen, nächstes Jahr schon?
 
General Degree: Nun, erst mal schauen wir, dass die Songs von Snapple Dapple Vol.1 gespielt und bekannt werden. Die Veröffentlichung ist immerhin gerade mal einen Monat her. Volume 2 wird, so viel kann gesagt werden, crazy.
 
RIB: Auf dem Song „Dance with you“ feat. Chico gab es eine Zeile "Dancehall and Hip Hop, which one you choose". Welchen Einfluss hat bzw. hatte Hip Hop auf deine musikalische Karriere?
 
General Degree: Ich respektiere jede Art von Musik, so lange es sich um gute Musik handelt. Also Musik, die Leute positiv zu etwas animiert. Ich respektiere die Rapper, RnB und Soca Künstler. So habe ich z.B. letztes Jahr zwei Soca Songs aufgenommen, die auf Trinidad während des Karnevals hoch und runter laufen. Ich höre auch sehr gerne Musik von Sade, was heutzutage so läuft, interessiert mich nicht so. Das ist Foolishness für mich.
Ich denke, dass gerade ein Wechsel stattfindet. In den USA gibt es eine Menge Promoter, die keine neuen Künstler wollen, sondern nur die aus den goldenen Zeiten. So bin ich nächstes Jahr für eine 90ies Show zusammen mit Mega Banton gebucht. Nichts desto trotz mag ich, was Chris Martin oder Romain Virgo machen. Das sind so zwei Künstler von heute, bei denen ich glaube, dass sie genug Potential haben, um etwas zu reißen.
 
RIB: Seit geraumer Zeit arbeitest du ja mit deutschen Produzenten zusammen. Hast du diesbezüglich eine spezielle Verbindung zu Deutschland?
 
General Degree: Der Gravity Riddim und Quicksand Riddim waren zum Beispiel groß hier. Als mich Seeed vor einigen Jahren fragten, zusammen mit ihnen etwas zu schreiben, war ich sehr beeindruckt. In der Weise als das eine deutsche Band mich fragt, etwas für sie zu schreiben.
 
RIB: ich mag deinen Style, weil er positiv ist und nicht wie bei anderen Künstlern gegen etwas, im Sinne des Bad Man Styles. Ist das so, weil du so ein netter Typ bist?
 
General Degree: Ich habe damals ja auch Bad Man Lyrics gehabt. Aber irgendwann spürst du, dass man auch anders kann und nicht das machen muss, was alle anderen tun. Ich mag es, wenn die Leute auf meinen Konzerten lachen und sich freuen.
 
RIB: Du hast ja ein eigenes Mode-Label "Rehgeh". Ist es bereits in Europa erhältlich?
 
General Degree: Ich habe bis jetzt noch keinen Distributor in Deutschland bzw. Europa. Wobei ich gerade ohnehin einen neuen Designer habe, und es somit noch ein wenig Zeit braucht. Darüberhinaus habe ich noch so viele andere Aktivitäten, wie mein eigenes flavoured Wasser, so dass die Zeit sich mit dem Mode Label zu beschäftigen, etwas knapp ist.
 
RIB: Besten Dank für das Interview.
 
 
Interview by Dennis

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