Reggae in Berlin
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Don Carlos Interview - 29.08.08 Kesselhaus

04.09.2008

Lange hat Berlin auf einen Besuch auf Don Carlos, ehemaliges Mitglied von Black Uhuru, warten müssen. Doch wie er selber sagt, hat alles seine Zeit. Während seines Konzerts zeigte Don Carlos deutlich wie viel Liebe er für die Musik und die Menschen zu geben hat. Nach dem Konzert hatten wir die Gelegenheit mit dem Künstler zu sprechen.




Ich hoffe du hattest eine schöne Zeit auf der Bühne.

Ja, es war toll. Die Vibes und die Menschen waren einfach super.

Es war dein erster Auftritt in Berlin überhaupt, oder?

Nicht ganz, aber ich bin lange nicht mehr hier gewesen. Ich glaube das letzte mal kam ich nach Deutschland mit Black Uhuru.

Welchen Eindruck hast du von Berlin bis jetzt gewonnen?

Berlin bzw. Deutschland im Allgemeinen ist ein fruchtbarer Ort für Reggae. Die Menschen hier lieben die Musik. Auch wenn ich lange nicht nach Berlin gekommen bin, so war ich im letzten Jahr in vielen anderen deutschen Städten und ich wurde überall herzlich empfangen.
Es ist schön wieder in dieser Stadt zu sein. Nach unserem letzten Konzert in Berlin fiel die Mauer und es hat sich viel verändert.

Du hast im Laufe der Jahre über 30 Alben aufgenommen, das sind eine Menge Songs. Nach welchen Kriterien suchst du die Songs aus, die du auf der Bühne singst?

Ich versuchen viele conscious Songs zu singen, Songs die den Leuten wirklich etwas bedeuten und sie berühren. Ich möchte, dass die Menschen die Botschaft in meinen Liedern aufnehmen und verstehen.

Du bist in Kingston in dem berüchtigten Bezirk Waterhouse aufgewachsen. In wie weit hat das deine Jugend und später deine Songs beeinflusst?

Das hat mich stark geprägt. In den meisten meiner Lieder geht es um Dinge, die ich sehe oder erlebt habe und Veränderungen, die ich mir wünsche. Aus diesen Erfahrungen ziehe ich meine Inspiration. Meine Inspiration kommt von Jah. Er gibt mir die Kraft mich auszudrücken. Meine Wurzeln sind auch nach wie vor in Waterhouse, auch wenn ich heute nicht mehr dort lebe. Das Klima wird immer rauer dort. Besonders die Kids die heute dort aufwachsen werden immer gewalttätiger. Heute lebe ich in Portmore, St. Catherine, aber ich verbringe die meiste Zeit in Amerika zwischen Kalifornien und Florida. Meine Band ist in Kalifornien und dort begegnet mir auch am meisten Consciousness bei den Menschen. Es geht dort nicht so hektisch zu wie in New York zum Beispiel. Die Leute nehmen sich einfach mehr Zeit zum Reflektieren.

Du hast 13 Kinder, die über die ganze Welt verteilt sind. Hast du trotzdem noch regelmäßigen Kontakt zu allen?

Die meisten meiner Kinder leben in Amerika und fast alle sind schon erwachsen. Mein ältestes Kind ist 32 und mein jüngstes ist 11. Ich habe zu allen eine gute Beziehung, auch über die großen Entfernungen.

Was würdest du jüngeren Künstlern raten, die gerade am Anfang ihrer Karriere stehen?

Ich würde ihnen raten besonnen zu sein, bei allem was sie tun. Reggae sollte als Werkzeug dienen, um Menschen zu vereinen. Es ist wichtig, dass man in die Liebe vertraut und alles was man macht mit Liebe tut, denn nur dann wird man Erfolg haben.

Viele Reggae-Künstler fordern in ihren Liedern die Rückkehr nach Afrika. Wie ist deine Meinung dazu?

So steht es auch in der Bibel, aber solche Dinge brauchen Zeit und wenn die richtige Zeit gekommen ist, werden die Menschen wissen was zu tun ist. Ich selbst finde es schön um die Welt zu reisen und die guten Vibes der Menschen zu erleben, doch wenn die Zeit der Rückkehr gekommen ist, werde ich nichts dagegen sagen, denn ich halte mich an das, was in der Bibel steht.

Im Moment gibt es in Afrika viele Probleme wie Armut, Kriege und Korruption, sodass eine Rückkehr sicher nicht einfach wäre.

Das ist wahr. Ich muss sagen, dass die Sklaverei keine so schlechte Sache war.

Das klingt hart. Wie meinst du das?

Wenn es keinen Sklavenhandel gegeben hätte, wäre ich jetzt wahrscheinlich in Afrika und würde an Armut leiden oder ein schlechter Mensch sein. Doch ich bin in Jamaika geboren und tue, was ich kann um die Welt besser zu machen. Das klingt hart, aber nichts passiert ohne Grund. Viele Dinge die auf den ersten Blick schlecht erscheinen, bewirken auf lange Sicht Gutes. Künstler aus Jamaika verbreiten die Botschaft von Liebe, Frieden und Einigkeit über die ganze Welt. Wenn sie alle in Afrika leben würden, hätte kaum jemand von ihnen die Chance dies zu tun. Ich bin dankbar dafür frei zu sein und die Möglichkeit meine Botschaft verbreiten zu können.

Während deiner Zeit bei Black Uhuru ging es in euren Songs viel um Afrika. Heute drehen sich deine Lieder mehr um Liebe, ist dieser Eindruck richtig?

Liebe ist der Schlüssel und sie ist stärker als Hass. Es geht mir nicht nur um die Liebe zu einer Frau sondern um die Liebe unter den Menschen.

Wie ist dein Verhältnis heute zu den Mitgliedern von Black Uhuru?

Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu ihnen, besonders zu Dukkie Simpson. Garth Dennis habe ich erst vor einigen Tagen gesehen. Ich arbeite manchmal auch mit Mykal Rose und Junior Reid zusammen. Die Vibes sind immer noch gut.

Wann und wie bist du zum Rastaman geworden?

Rasta ist eine Sache mit der ich geboren wurde. Ich hatte von Anfang an so viel Liebe in mir, besonders für Gott. Dadurch lernte lernte ich andere Menschen und Dinge immer mehr zu lieben, denn sie sind von Gott erschaffen. Begonnen Rastafari wiklich zu verstehen habe ich mit zwölf Jahren. Ich mit in einer katholischen Familie aufgewachsen und mit meinen Eltern in die Kirche gegangen. In der Kirche habe ich mich jedoch nie wohl gefühlt. Es schien mir einfach nicht richtig. Es fühlte mich wie auf einer Beerdigung. Jeden Sonntag mussten wir früh aufstehen und hungrig zur Kirche gehen. Rasta ist viel natürlicher und deshalb kann es nicht falsch sein.

Wie haben deine Eltern darauf reagiert?

Es war nicht einfach für meinen Vater dies zu akzeptieren. Meine Mutter hat von Anfang an darin vertraut, dass ich das richtige tue. Egal wofür ich mich entschieden habe, sie unterstützte mich, weil sie wusste, dass ich nie etwas schlechtes tun würde.

Ich hoffe du hast keine Pläne mit dem Musik machen aufzuhören.

Nein. Musik ist mein Leben und es ist der einzige Weg für mich Menschen zu erreichen und die zusammen zu bringen.

Vielen Dank für das Interview.


hier gibts die Fotos zum Konzert!!!

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