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Dawn Penn - Interview
Lange hat es gedauert bis Dawn Penns bekanntester Song „No No No“ ein Hit wurde und ihr die Anerkennung verschaffte, welche ihr über Jahre versagt belieben war. Inzwischen hat sie die Ruder ihrer Karriere selbst in die Hand genommen und ein eigenes Label gegründet. Wir haben Dawn Penn nach ihrer Show auf dem Reggae Jam getroffen, um sie zu interviewen.
Wie hat es dir gefallen hier aufzutreten? Es ist wirklich eine Freude hier zu sein. Man merkt deutlich, dass es den Menschen darum geht zu entspannen. Sie kommen zusammen, um gemeinsam die Musik zu genießen und eine schöne Zeit zu haben. Die Vibes sind einfach großartig.
Heute bis du eine Legende im Reggae-Business, doch war es schwer dich als Frau in dem Geschäft zu behaupten? Als ich anfing zu singen ging ich noch zur Schule und folgte einfach meinen Freunden ins Studio. Ich trat damals auf Teenage-Dance Partys auf und sagt gleichzeitig auch in der Kirche, was für viele Menschen nicht zusammen passte. Nach der Schule habe ich weiter gesungen, aber ich hatte nebenbei immer noch einen Job. Es war also eher eine Art Hobby. Damals hattest du es schwerer, weil du eine Frau bist. Muss du dich deswegen heute immer noch beweisen? Nicht mehr so stark wie damals, aber ich habe immer noch zu kämpfen. Der Glaube, dass die Frau sich dem Mann unterordnen müsse, ist immer noch verbreitet. Auch im Musikgeschäft werden Frauen immer noch als zweite Wahl betrachtet. Frauen werden oft auch schlechter bezahlt. Es gibt natürlich Ausnahmen, aber es sind nicht allzu viele. Oft sagt man, dass die Leute in Europa inzwischen stärker mit den Wurzeln der Musik verbunden sind als die Jamaikaner. Wie siehst du das? Unsere Roots-Music verbreitet eine Botschaft über die ganze Welt und dadurch würde auch Reggae eine weltweite Sache. Es ist schön zu sehen, wie Reggae-Bands auf der ganzen Welt entstehen. Die Menschen in Jamaika hatten Bob Marley als eine Art Mentor und seine Botschaft ist nach wie vor aktuell. Doch auf der anderen Seite hat sich auch viel verändert. Es gibt zu viel Schlechtes, was die Menschen spaltet. Sie brauchen mehr Liebe und eine klare Führung. Diese Rolle sollte die Musik einnehmen, sodass sich die Leute wieder mehr auf Bob Marleys Botschaft besinnen. Die Menschen sind es Leid ständig von Bombenanschlägen und Toten zu hören. Sie brauchen positive Nachrichten. Aber was wäre die Lösung? Ein zweiter Bob Marley? Ein zweiter Bob Marley wurde noch nicht geboren. Heute sucht die Musikindustrie die Künstler aus, die berühmt werden sollen. Sie haben das Geld und sie pushen die Leute die Erfolg haben sollen, ob sie gut sind oder nicht. Trotzdem gibt es viele Künstler, die Bob’s Botschaft weiter verbreiten und oft sind es keine Jamaikaner, sondern Leute aus verschiedensten Ländern. Das ist eine gute Sache. Wie kam es dazu, dass du angefangen hast bei Studio One aufzunehmen? Ich ging dort hin an einem Sonntagabend, wie viele andere auch und hörte den Künstlern zu, die dort sangen. Ich sang dann auch und Mr. Dodd sagte, ich hätte eine jazzige Stimme und ich solle morgen wiederkommen. Am nächsten Tag nahmen wir zusammen auf. Damals konnte man Songs nicht so einfach schneiden wie heute. Alles mussten perfekt zusammen spielen und sich an das Tempo halten. „No no no“ ist ohne Zweifel dein größter Hit, den jeder immer wieder hören will und mit den dich jeder identifiziert. Bist du das inzwischen Leid? Nein, wie könnte ich. Dieser Song beschert mir das Essen auf meinem Tisch. Ich singe immer noch viele Dubplates für diesen Song und ich bekomme Geld dafür, wenn er gespielt wird. Reich werde ich damit nicht, aber dadurch erhielt ich die Möglichkeit um die ganze Welt zu reisen und in den verschiedensten Ländern aufzutreten. Ich habe seit dem drei Alben aufgenommen und mein nächster Song „Never hustle the Music“ kommt bald heraus für den ich gerade ein Video aufnehme. Danke, dass du dir Zeit für uns genommen hast.
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