Reggae in Berlin
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BENJIE - Interview

06.11.2008

 

Seine unverwechselbare Stimme ist sein Markenzeichen, genau so wie seine Lyrics. Trotz Schwierigkeiten mit seinem Label, lässt der Hannoveraner sich nicht aufhalten und feilt weiter an seiner Musik und an seinen Texten. Während des Popkomm Reggae Festivals gelang es mir ein Interview, mit diesem in vielerlei Hinsicht ungewöhnlichen Künstler, zu machen.

Reggae in Berlin

 

Wie geht’s dir und wie war die Show?

Ich bin noch ein bisschen verschwitzt, aber mir geht es super. Ich hatte eine echt schöne Show und werde mich jetzt erstmal auf dem Festival umsehen. Ich bin mit meinem Bruder hier und wir nutzen das Gelegenheit natürlich auch, um die anderen Künstler kennen zu lernen.

Trittst du sonst öfter in Berlin auf?

Eigentlich nicht. Vielleicht so ein- bis zweimal im Jahr. Berlin ist groß, aber man muss trotzdem drauf achten, dass man nicht zu oft auftritt, wobei ich natürlich immer gerne kommen, wenn mich jemand einläd.

Wie ist dein Eindruck von der Stadt?

Wenn ich hier bin, bekomme ich meist nur was von den Orten mit, an denen ich spiele. Ich würde daher nicht sagen, dass ich die Stadt besonders gut kenne. Klar ist in Berlin viel mehr los, als in den meisten anderen Städten, einfach weil die Stadt so riesig ist.

Wie hat es mit dir als Künstler angefangen?

Abgesehen von den üblichen Angeboten in der Schule, habe ich irgendwann so einen Spielecomputer bekommen. Dazu gab es eine Kiste mit Programmen, wo auch mehrere Musikprogramme drin waren. Damit rumzuprobieren hat mir mehr Spaß gemacht, als irgendwelche anderen Spiele zu zocken. Mir wurde dann schnell klar, dass ich auch Gesang dazu brauche, denn ich wollte, dass sich meine Musik so anhört wie die im Radio.

Wobei das was heute so aus dem Radio kommt, nicht unbedingt toll ist...

Klar, ich meine, ich hatte ja auch schon Songs im Radio, aber im Prinzip habe ich immer noch die gleiche Motivation wie früher. Ich will das sich meine Lieder professionell anhören.

Reggae in Berlin

Schreibst du nur für dich Texte oder auch für andere Künstler?

Hauptsächlich für mich, aber manchmal schreibe ich auch kleinere Sachen für andere. Wenn ich jemanden treffen, von dem ich denke, dass er einen Song von mir besser singen kann als ich, ist das gut und wenn mich jemand bittet einen Text zu schreiben, werde ich ihm da auch einiges anbieten können. Ich habe lange Zeit für mich in meinem Kämmerlein gefrickelt, doch jetzt fange ich an die Kooperation mit anderen zu suchen.

Dein Stil unterscheidet sich deutlich von den meisten deutschen Reggae-Künstlern. Liegt das mehr an der Art deines Talents oder distanzierst du dich bewusst ein Stück weit von der Szene?

Der erste Punkt deiner Frage ist ja schon ziemlich philosophisch. Wieviel ist „gottgegeben“ und wieviel hat man sich erarbeitet. Ich glaube dadurch, dass ich bei dem geblieben bin, was ich mir mal in den Kopf gesetzt habe, habe ich das, was mich so ausmacht sehr weit entwickelt, ohne dabei anderem gegenüber verschlossen zu sein. Ob ich in der Szene bin oder nicht, definieren wohl eher andere Leute als ich selber. Wenn ich mit Leuten gut klarkommen, arbeite ich auch mit ihnen zusammen. Ich habe weder die Ambitionen mehr in die Szene reinzukommen, noch mich aus ihr raus zu halten. Ich mache einfach mein Ding.

Du singst ausschließlich auf deutsch...

Ja, ich hab zwar auch mal angefangen Englisch zu singen, aber um damit vorwärts zu kommen, müsste ich eine Zeit lang irgendwo leben, wo man Englisch spricht, um meine Sprachkenntnisse auszubauen.

Denkst du, dass du es dadurch schwerer hast?

Damit im Ausland aufzutreten, ist selten. Es funktioniert aber auch. Wenn die Melodie oder die Stimme die Leute wirklich packt. Ich habe schon einige Mails aus Japan oder den USA bekommen, aber es sind zu wenige, als dass sich eine Tour lohnen würde. Ich habe mich bis jetzt aber auch nicht sehr darum gekümmert mein Projekt im Ausland bekannt zu machen.

Wäre das langfristig ein Ziel für dich?

Ich fände es interessant. Wenn man irgendwo auftritt, bekommt man ja auch immer einiges von Puls der Orte mit. Mit meiner Musik nach China zu reisen, um zu sehen, wie die Dinge dort laufen, wäre eine große Erfahrung. Ich stelle es mir spannend vor mit anderen Kulturen zu feiern, das wäre schon eine tolle Sache.

Was sind deine Pläne für die nächste Zeit?

Wie es aussieht muss ich erstmal einen neuen Namen für mich finden. Der Name „Benjie“ hängt noch an meinem alten Label fest und wird dort wohl auch nicht auf die Schnelle rauskommen. Das ist auch der Grund, warum in letzter Zeit nichts mehr von mir gekommen ist. Ich bin gerade dabei mich noch unabhängiger von Plattenfirmen zu machen. Plattenfirmen haben wenig Geld, weil sie nicht mehr viele CDs verkaufen. Exklusivverträge, wie ich einen habe, stammen noch aus einer Zeit, in der noch Geld investiert wurde und es dadurch auch berechtigt war, dass der Künstler sich für mehrere Platten an ein Label bindet. Abgesehen davon, dass kein Geld da ist, lief es mit meinem Label auch nicht wirklich gut, der Draht zu den Leuten ist einfach nicht mehr da und es gab Streit. Das ganze geht jetzt schon über zwei Jahre. In der Zeit habe ich allein an einer LP gefummelt und zu Hause ein kleines Studio aufgebaut. Das Studio macht es mir möglich die Platte allein fertig zu machen und dann zu gucken, wie ich die dann an die Leute bringe.
Es ist vielleicht auch nicht schlecht jetzt etwas Neues zu starten. „Benjie“ hat viele Stile vereint und für manche Leute war das wahrscheinlich zu viel. Im Moment überlege ich das Projekt „Benjie“ in zwei neue aufzusplitten. Eins für eher experimentellere und „abgefahrenere“ Sachen und eins für das Reggae-Ding, was auch zu mir gehört. Mein Bruder „Johnny Danger“ hat den „Rebel Sound“ in Hanover, weil wir schon seit Jahren auf Reggae abgehen. Deswegen will ich das mit den Soundsystems und den Clubshows auch weiter machen.

Danke das du dir die Zeit für mich genommen hast.

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