Reggae in Berlin
Name

Passwort
Registrieren
Passwort vergessen

Suchen

Partner


Smoking
Grooving Smokers
Help Jamaica
Yaam
Deine Stadt Klebt
Fresh Guide Berlin

Beenie man interview

21.08.2008

Beenie Man Interview am 19.08.2008 nach seinem Konzert im Kesselhaus

Es gibt wohl nur wenige Leute, die Beenie Man nicht als unangefochtenen King of the Dancehall bezeichnen würden. Seit frühsten Kindertagen steht Moses Davis auf der Bühne und rockt bis heute mit immer neues Stylz die Clubs. Während des Konzerts merkt man genau, dass Beenie Man ein Profi ist. Er weiß genau was er tun und doch ist ihm deutlich anzusehen, dass er es aus reiner Freude heraus und aus Liebe zur Musik tut. Auch beim Interview wirkt er sehr professionell aber auch freundlich und charmant.


Ich hoffe du hattest eine gute Zeit auf der Bühne.

Es hat mir viel Spaß gemacht. Die Show heute war meine zweite in diesem Club. Ich kann mich nicht mehr allzu genau an das letzte Mal erinnern, aber ich hatte das Gefühl, dass die Leute heute noch besser drauf waren und mehr Energie hatten.

Man kann überall lesen, dass du schon mit 6 oder 7 Jahren angefangen hast zu singen, was recht ungewöhnlich ist. Wie kam es denn dazu?

Alles hat im Prinzip begonnen mit dem ersten Schrei nach meiner Geburt. Mit fünf Jahren habe ich angefangen professionell Musik zu machen, weil genau das meine Bestimmung ist. Als Kind habe ich gestottert. Ich fing an alles was ich sagen wollte zu singen, weil mir das leichter fiel. Meine erste Platte habe ich dann mit acht Jahren aufgenommen. Als mein erstes Album rauskam, war ich gerade mal zehn Jahre alt. Ich habe mein ganzes Leben nichts anderes als Musik gemacht.

Also kannst du dir auch nicht vorstellen etwas anderes zu machen.

Nein! Für mich gibt es nichts anderes.

Kaum ein anderer Künstler ist/war so lange dermaßen erfolgreich wie du. Woher nimmst du deine immer neuen Ideen?

Musik machen bedeutet ständig direkt oder indirekt in wechselseitiger Beziehung mit anderen Künstlern zu stehen. Die Trends und Stylz in der Musik ändern sich enorm mit der Zeit. Ich habe viele Trends gesetzt, doch es kommen wieder und wieder andere Künstler mit neuen Ideen. Wenn die jüngeren also mit harten Riddims und Stylz kommen, werde ich noch härter. Es ist einer Herausforderung und genau darum geht es ja.

Man ließt und hört viel über dich in den Medien und es wird viel Trubel um deine Person gemacht. Wie erholst du dich davon?

Es gibt für mich keine Auszeit von der Musik. Ich kann mich für eine Woche oder einen Monat, zurückziehen, aber die Musik wird trotzdem immer da sein. Ich esse Musik, schlafe Musik, spreche Musik... Wenn ich versuchen würde mir eine Auszeit zu nehmen, würde ich bald mit einem neuen Hit in meinem Kopf aufwachen, den ich sofort aufnehmen müsste. Man würde ja auch nie von einem Leistungssportler verlangen, er solle eine Pause machen, obwohl er nicht verletzt ist.

Wenn man berühmt ist und viel Geld hat, gibt es immer eine Menge Leute, die das ausnutzen wollen. Wie gehst du damit um?

Man muss einfach durchatmen und lächeln. Wenn Leute schlecht über dich denken, musst du diese Negativität für dich in etwas positives verwandeln. Das macht aus die einen stärkeren Menschen. Man sollte nicht schlecht über andere denken, sondern immer das Gute sehen. Der heutige Abend ist ein gutes Beispiel dafür. Vor dem Konzert kamen drei Polizisten zu mir und sagten ich solle keine schwulenfeindlichen Songs singen. Ich habe gesagt „Ich bin nicht schwul, also warum sollte ich über Schwule singen?“. Ich bin hier um Spaß zu haben und wenn ein Schwuler meine Show besucht, soll er auch Spaß haben, weil ich nichts gegen ihr sagen werde. Ich werde nicht über sein Leben sprechen sondern über meins. I am di Girls dem Sugar. I am the King of th Dancehall. Es geht nicht ums kämpfen. Musik bedeutet Liebe und Freude.

Trotzdem sind viele deiner Texte sehr grob und zum teil beleidigend.

Das war früher. Vor 15 Jahren oder so. Heute bin ich ein anderer. Eines Tages muss man erwachsen werden. Man muss den Menschen die Fehler vergeben können, die sie früher gemacht haben. In Jamaika ist Homosexualität illegal. Wenn man dann in ein Land wie Deutschland kommt, wo es legal ist, muss man sich dem anpassen und sich richtig verhalten. Heute war es kein Problem für mich, dass die Polizei zu mir kam. Ich habe sie eingeladen, sich das Konzert anzusehen, was sie wohl auch gemacht haben.

Du warst nun schon ein paar Mal in Berlin, wie gefällt es dir hier?

Berlin ist eine sehr historische Stadt. Es ist schön hier zu sein und zu sehen wie die Leute sich über meine Musik freuen. Das ist mehr als dir sonst irgendjemand geben kann und kein Weed der Welt kann dieses Gefühl in dir hervorrufen. Die Liebe der Menschen zu meiner Musik ist es, die mich glücklich macht.

In deinen Songs geht es auch um sehr ernste Themen und du beobachtest die Gesellschaft und die Probleme in Jamaika seit langem. Was hat sich verändert?
Das einzige, was sich in Jamaika verändert ist die Regierung. Es System bleibt das selbe. Es gibt immer noch Korruption und eine Menge anderer Probleme wie Gewalt und Armut. Du rauchst Weed und bist sicherlich wie viele für die Legalisierung von Ganjah. Was würde sich deiner Meinung nach dadurch ändern?
Ich sage nicht, das Weed legal sein sollte, aber es sollte entkriminalisert werden. Wenn es legal wäre, würde es viel billiger werden und Leute würden es wie Süßigkeiten zu sich nehmen. Ganjah ist auch eine Medizin, die gegen vieles helfen kann, wenn andere Medikamente versagen. Es ist falsch jemanden zu verhaften, nur weil er einen Spliff raucht. Aus Hanf kann man auch so viele andere Sachen machen, wie Schule oder Kleidung. Deswegen sollte es wirklich entkreminalisiert werden.

Vielen Dank, dass du dir die Zeit für uns genommen hast.

Kommentare

noch keine Kommentare vorhanden

Kommentar schreiben


Du musst angemeldet sein um einen Kommentar zu schreiben

Jingles (Archiv)

In Newsletter eintragen

Name:

eMail-Adresse:

Extra: Feld bitte leer lassen, dient lediglich der Spam-Abwehr