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Terry Lynn - Interview

17.09.2009

Im Rahmen der diesjährigen Planet Pop 2009 trat am 12. 9. die jamaicanische Electro-Dancehall Lady Terry Lynn auf. Während ihrer gut einstündigen Performance promotete sie ihr Debüt-Album Kingstonlogic 2.0, welches seit 2008 auf dem Markt ist. Terry Lynn, die nicht zuletzt durch ihre aussagekräftigen Videos auf YouTube bekannt ist, nahm sich vor ihrer Performance Zeit, um mit uns über dies und jenes zu reden.

 

Hi Terry, alles klar bei dir?

TL: Ja, mir geht’s gut. Ich bin in Berlin, ein Ort, der mein nächstes zu Hause werden könnte.

Du magst also Berlin?

TL: Ja, das Wetter ist z.B. sehr ähnlich wie das auf Jamaica. Ich bin jetzt seit ein paar Tagen hier, die Leute sind herzlich und nett. Und ich hoffe du bist es auch...

Auf jeden... Terry, dein Album Kingstonlogic 2.0 ist draußen. Kannst du uns sagen wie die Reaktion auf dein Album in Jamaica und außerhalb von Jamaica waren?

TL: Wir haben mit der Promotion in Europa angefangen, so dass die Reaktion hier um einiges größer ausfielen, als auf Jamaica. Auf der anderen Seite z.B. wurde das Video zu Kingstonlogic im Februar vom Jamaicanischen TV-Sendern promotet und bei mehreren Fashion Shows benutzt. Das zeigt, dass auch auf Jamaica die Reaktionen sehr positiv waren. Selbst die Kinder auf den Straßen tanzen und bewegen sich zu Kingstonlogic, was mich dazu inspiriert hat, noch mehr solche Sachen zu produzieren. Bis dato läuft also alles gut. Die Leute in Berlin sind Fans meiner Musik, ebenso die Menschen aus der Schweiz. Es läuft einfach gut... Ich kann mich nicht beschweren.

Ich hab dich gestern bei Major Lazer gesehen, wie hats dir gefallen? Kennst du die beiden eigentlich?

TL: Während einer Promo-Veranstaltung im Juni in Kingston habe ich die beiden das erste Mal getroffen und wir haben uns einige Wochen später in Chicago getroffen. Wir haben uns ein wenig unterhalten und uns gegenseitig Respekt für unsere Arbeit gezollt. Na ja, und gestern habe ich sie wieder getroffen und es war ziemlich atemberaubend.

Und es war voll..

TL: Ja, es war voll... Heute bin ich hier in der Arena als Teil meiner Europa-Promo-Tour, morgen geht es dann nach Amsterdam und danach Frankreich zusammen mit der French Vogue.

Wie eben schon gesagt, war es gestern supervoll. Was sind deine Erwartungen gegenüber dem heutigen Abend?

TL: Hoffentlich wird es voll, es sind ja schließlich sehr viele Leute hier. Wir haben demnach genug Menschen hier um den Club voll packen. Es wäre also toll, wenn der Club gleich gefüllt ist.


Terry, du bist ja aus meiner Sicht eine Künstlerin, die das sagt was sie auch meint und Mißstände in der Gesellschaft anprangert.

TL: Ich bin aus Waterhouse, einer Gegend in Kingston, wo die Mehrheit der Menschen kein einfaches Leben hat. Die Leute dort haben nicht nur finanzielle Probleme, es gibt auch Probleme mit dem Justizapparat. Es geht dort einfach nicht fair zu. Im Ghetto ist es eine andere Art von Gerechtigkeit. Dort läuft z.B. ein Jugendlicher mit einem Joint herum, was nicht legal ist, was aber auch kein schlimmes Delikt ist. Nichts desto trotz schreitet die Polizei mit gezogener Waffe ein. Das würde allerdings nicht in den noblen Vororten passieren, denn da ist der Vater des Kindes eventuell ein Freund des Premierminister.

Ich bin eine Person, die in genau so einer Situation gelebt hat, und ich fühle das, was die Menschen in meinem Ghetto fühlen. Und das ist Teil meines Lebens, in dem ich Menschen gegen dieses System, gegen die Ungerechtigkeit und gegen die Armut hab kämpfen sehen. Ich hab das Glück mich und das was mich geprägt hat auf der Weltbühne repräsentieren zu können. Terry Lynn konnte gehen und darüber reden. Darüberhinaus gibt es noch viel mehr solch wichtigen Dinge über die geredet werden muss, nicht nur auf Jamaica. Menschen in Sao Paulo, in den Favelas Brasiliens, in Südafrika, in Ruanda und überall kämpfen um ihr Überleben. Ich möchte also nicht sagen, dass ich nur den Menschen Jamaicas eine Stimme gebe, sondern den Menschen weltweit, die Tag für Tag um ihr Überleben kämpfen. Ich komme aus einem Ghetto und rede also für Menschen mit dem gleichen sozialen Hintergrund.

Dein Video sowie dein Album wurde graphisch von The Afflicted Yard gestaltet. Kannst du uns etwas über die gemeinsame Arbeit mit ihm erzählen?

TL: Ja, Peter Dean Rickards ist in einem Vorort, einer anderen Welt als ich aufgewachsen. Dennoch kennt er viele Leute wie mich, die aus dem Ghetto kommen, und das inspiriert ihn. Es war äußerst angenehm mit ihm zusammenzuarbeiten, da er sehr gut weiß, was er mit seiner Kamera macht. Und die Art und Weise wie ich rede, passt einfach perfekt mit seiner Art und Weise zusammen, wie er Dinge sieht und photographiert bzw. filmt. Das macht es eben sehr einfach mit ihm zu arbeiten.

Wirst du auf dem nächsten Album wieder mit ihm zusammenzuarbeiten?

TL: Kingstonlogic 2.0 war ein Projekt, das nun abgeschlossen ist. Für das nächste Album suchen wir neue Leute, mit dem gleichen Gespür wie Peter. Wir werden dennoch wieder mit ihm zusammenarbeiten, da die Zusammenarbeit mit The Afflicted Yard einfach cool war.

Terry, Danke für das nette Interview und viel Spaß gleich auf der Bühne


Terry Lynn @ MySpace

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