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Mellow Mark - Interview

05.01.2009

 

Auf der letzten Mundomix Party vor Schließung Radio Multikulti, kamen noch einmal viele Künstler zusammen, um dem Sender die letzte Ehre zu erweisen. Einer davon war der nach Berlin zugezogene Mellow Mark, welchen wir nach seinem Auftritt interviewen konnten.

 

Wie ist dein Eindruck vom heutigen Abend?

Die Vibes waren gut. Das Publikum war für mich ungewöhnlich. Es waren doch einige ältere Leute dabei und man hat gemerkt, dass sie die Message des heutigen Abends nicht nur verstehen sondern leben. Ich mag Radiomultikulti sehr gern. Sie haben oft Songs von uns gespielt und dabei war es nie wichtig, ob wir selbst auch einer anderen Kultur angehörten. Es war nur entscheidend, ob man sich mit diesem multikulturellen Lebensgefühl identifizieren kann. Die Schließung des Senders ist eine typische Sparmaßnahme, aber ich denke nicht, dass man die Menschen die hinter dem Sender gestanden haben und die, die ihn hörten, einfach abstellen kann.

Aufgewachsen bist du in Süddeutschland, hast dann eine Weile in Hamburg gelebt und kamst dann nach Berlin. Was hat dich dazu bewegt nach Berlin zu ziehen?

Die Arbeit. Ich habe gerne in Hamburg gewohnt. Als ich mich aber dann mehr und mehr der Musik widmete, kam ich mit Leuten in Bremen in Kontakt, mit denen ich dann zusammen arbeitete. So war ich immer die Hälfte der Zeit in Bremen, um dort aufzunehmen etc. Als dann die Jungs dort beschlossen nach Berlin zu gehen und hier ein Studio aufzumachen, hat sich für mich alles nach Berlin verlagert. Da es auf Dauer einfach zu aufwändig war zwischen Hamburg und Berlin zu pendeln, bin ich hergezogen.

Auf der Bühne meintest du, du wärst von Deutschland zurück nach Berlin gekommen. Ist Berlin so anders als der Rest Deutschlands?

Ich finde schon. Jeder weiß, dass es auch in Berlin krass deutsche Ecken gibt, aber Berlin hat einfach für jeden etwas. Wenn man so wie ich in neu in die Stadt kommt, ohne hier aufgewachsen zu sein, ist man schon mehr in den inneren Bezirken und bekommt wenig von den Randbezirken mit. In der Innenstadt ist alles international ausgerichtet.

Du hast spirituell verschiedenen Phasen durchgemacht und bist irgendwann zum Sufismus konvertiert. Wie kam es dazu?

Genau kann ich das gar nicht mehr sagen. Es hat sich einfach so ergeben. Als ich 15 war und Bob Marley hörte, sah ich zuerst nur Ganja und Dreadlocks, aber mit der Zeit hat mich die Musik immer mehr geprägt. Ich habe mich dabei nie einer bestimmten Rasta-Kirche angeschlossen, aber ich merkte, dass Gott anwesend ist. Entweder man sieht das oder nicht und durch Bob Marley habe auch ich angefangen das zu sehen. Irgendwann ging es jedoch für mich nicht mehr weiter. Rasta ist ein Movement von Schwarzen, die in Jamaika oder Amerika leben und deren Vorfahren damals dorthin verschleppt wurden. Es geht darum sich selbst wiederzufinden und nach Afrika zurück zu kehren. Ich habe davor viel Respekt, aber es ist nun mal nicht Teil meiner Kultur. Ich war eher Teil der Verschlepper.

Rasta und Islam liegen sehr nah beieinander, wie eine Weiterführung. Ich habe auch festgestellt, dass der Islam nicht so korrumpiert wurde wie das Christentum. Die Art dort Gott anzubeten ist viel natürlicher. Im Islam liegt für mich die Wahrheit und ich finde mich darin so wie ich bin.

Inwieweit bestimmt dein Glaube deinen Alltag?

Der Sufismus ist für mich eine unglaubliche Inspiration, die sich letztendlich auch in meinen Texten widerspiegelt. Viele Menschen betrachten den Islam oberflächlich und sagen dann, dass sie nie mit diesen ganzen Regeln leben könnten. Sie halten das für Selbstbegrenzung, doch der Islam ist eher eine Art von Schutz. Es geht nicht ums unbegrenzte Wachstum wie in der kapitalistischen Welt, welche im Endeffekt eine absolute Zerstörung des Menschen und der Natur bedeutet. Der Islam schützt dich vor solchen Dingen. „Es gibt keinen Gott außer Gott“ und man soll nichts anderes anbeten außer Gott. Die Menschen beten Geld oder sich selbst an. Das sind alles niedere Dinge im Vergleich zur Schöpfung Gottes. Die Gebete und Feiertage haben für mich auch eine wichtige Bedeutung. Sie dienen zur inneren Reinigung und zur Besinnung.

Du hast ein neues Album in Planung. Kannst du uns darüber schon etwas erzählen?

Ich nehme das Album zusammen mit Pyro auf. Seit sechs Jahren spielen wir Shows zusammen und jetzt haben wir es endlich geschafft uns darauf zu konzentrieren ein Album zu machen. Das Titel ist „Ratz Fatz Peng“ und es wird auf jeden Fall richtig cool werden. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Ratz Fatz Peng...

Wann wird es ungefähr erscheinen?

Wir wollen es zu unserer Tour raus bringen, aber das wird sehr knapp werden. Die Tour startet am 21. Januar 2009. Wir haben uns da sehr unter Druck gesetzt. Die Platte wird bei Pyros eigenem Label erscheinen, wodurch wir komplett unabhängig bleiben.

Danke für das Interview.

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