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Lloyd Brown - Interview

18.12.2008

Ein weiteres Interview auf der Reggae Jam war das mit Lloyd Brown.

Leider war sein neues Album "Brownie Points" (VÖ: Nov.08) zu dem Zeitpunkt noch nicht erschienen, trotzdem hatte er einiges zu erzählen.

 

Du bist mit Reggae-Music aufgewachsen. An welchem Punkt hast du gemerkt, dass du die Fähigkeit hast Menschen zu berühren, so wie du von anderen Künstlern berührt wurdest?

Es war nicht so, dass es bei mir auf einmal „Ding“ machte. Ich habe mit der Zeit von immer mehr Leuten gesagt bekommen, dass mein Gesang sie wirklich erstaunt und sie bewegt. Während man singt, denkt man wenig über so etwas nach. Man will einfach den Menschen eine Botschaft nahe bringen, die du von Gott erhalten hast. Ich werde durch diejenigen, die mich ermutigen darin bestärkt weiter zu tun, was ich tue.
Als ich anfing, wollte ich so schnell wie möglich ins Studio, um Platten aufzunehmen. Doch wenn man wenige Kontakte hat, bleibt einem das oft verwehrt. Dann versucht man es bei den Sound Systems, aber die geben einem auch nicht immer das Mic. Mit vielen der Künstler, die hier auf dem Festival auftreten, habe ich in Sound Sytems zusammen gearbeitet. Mit Sassafrass, General Trees, Josey Wales, Black Scorpio... Das hat mich damals echt weiter gebracht, denn wenn diese großen Künstler mir sagten, dass ich gut war in dem, was ich tat, brauchte ich nichts weiter. Ich mache Musik, um Musik zu machen und es geht mir dabei nicht um Geld oder materielle Dinge.

Wie hat deine Karriere begonnen?

Ich habe mit 19 im Business angefangen. Das lustige daran ist, dass ich sozusagen rückwärts angefangen habe. Ich war zuerst ein Performer, bevor ich anfing Songs aufzunehmen. Fünf Jahre lang war ich mit meiner Band „Sweet Distortion“ unterwegs. Mein Gitarrist war auch in der Band. Das einzigartige an dieser Band war, dass das jüngste Mitglied erst sieben Jahre alt war. Seine Gitarre war damals größer als er (lacht). Wir coverten viele Songs von Motown oder Marvin Gaye. Wir traten mit vielen großen Künstlern auf wie Yellow Man, Eek A Mouse oder Musical Youth.

Du bist in England geboren, aber deine Eltern kommen beide aus Jamaika. Wo liegen deine Wurzeln?

Dieses Jahr war ich das erste Mal in Afrika, an der Elfenbeinküste. Ich wollte immer nach Afrika, aber es hat sich vorher einfach nicht ergeben. Es war ein überwältigendes Gefühl vom anderen Ende der Welt in die Wiege der Menschheit zurück zu kommen. Ich fühle mich mit Afrika deutlich stärker verbunden als mit England oder Jamaika.

In Afrika spielt Reggae auch eine große Rolle, gleichzeitig passiert dort viel Schlechtes und die Menschen leiden. Was könnten Reggae-Artists deiner Meinung nach tun, um den Leuten zu helfen?

Musiker sind Botschafter. Bevor die Menschen eine CD erhalten, laufen im Vorfeld viele Prozesse ab. Ich sitze nachts zu Hause und habe diese Melodie im meinem Kopf, die mich nicht mehr loslässt. Am nächsten Morgen ist dann daraus ein Song entstanden, den ich dann aufnehmen und an die DJs weitergeben, damit sie die Botschaft in meinem Song verbreiten. Ich kann also nur bis zu einem bestimmten Punkt zu einer Verbesserung beitragen. Denn egal wie gut meine Stimme ist, wenn meine Musik nicht gespielt wird, wird niemand hören, was ich zu sagen habe. Durch die technischen Revolutionen der letzten Jahre hat sich daran einiges geändert. Wir Künstler sind jetzt nicht mehr so stark von großen Labels und Mittelsmännern abhängig. Das ist eine gute Sache, denn dadurch werden alle auf eine Stufe gestellt.

Wie ist es für dich hier in Deutschland aufzutreten?

Deutschland ist unterschiedlich zu jedem anderem Ort, an dem auftrete. Es ist unglaublich wie sehr die Menschen hier die Musik lieben. Ich habe einen Song, welcher inzwischen zu meinem Lieblingssong geworden ist. Er heißt „Satisfy my Soul“. Ich habe ihn geschrieben, um meinen Fans zu danken, besonders in Europa. Jedes Mal, wenn ich nach Deutschland komme ist es ein wunderbares Erlebnis. Egal ob ich in Berlin bin oder sonst wo.

Du bist ein Rastaman durch und durch. Doch viele Menschen denken, dass jeder mit Dreads gleich ein Rasta ist. Was hältst du von diesen Menschen, die den Namen der echten Rastas in Verruf bringen?

Es liegt nicht an mir das zu beurteilen. Niemand kann etwas vor Gott verstecken, denn er sieht alles was wir tun. Wenn Leute mich betrachten, sehen sie nur mein Äußeres und ziehen daraus vielleicht falsche Schlüsse. Gleichzeitig gibt es aber auch viele Menschen, die keine Locks haben und trotzdem als Rastafari leben. Jeder hat eine innere Stimme, die ihm sagt was richtig ist. Das ist Gott. Trotzdem tun viele Menschen Schlechtes, obwohl sie es besser wissen und es gegen ihre Natur ist.

Vielen Dank für das Interview.

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