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Interview MORGAN HERITAGE

11.06.2017

Die ROOTS Meister MORGAN HERITAGE präsentieren mit „ Avracadabra“ ein neues Album. RiB.de sprach mit Ihnen über Europa als Reggae Mekka, Afrika als zu Hause und wie das neue Album enstanden ist. 

RiB: Wie seid ihr auf die Idee eures Album Titels Avracadabra gekommen?

Peter Heritage:

Nun ja wir lieben Geschichte und wir bilden uns gerne in diesem Gebiet weiter bzw. entdecken wir gerne neue Dinge über die Menschheit. Als wir uns nun mit diesem Wort beschäftigten, stellten wir fest, dass Avracadabra das ursprüngliche Wort ist. Es änderte sich um zu Abracadabra, Hokus Pokus. Aber die eigentliche Bedeutung ist nicht die, die wir heute kennen im Zusammenhang mit Magie u.s.w. Es bedeutet viel mehr für die Menschheit. Gemeint ist ein starker Positivismus/ Bestimmtheit/ Wirklichkeit. Und wir fühlten uns mit diesem Wort verbunden. Das Wort verkörpert uns wer wir heute sind und mit diesem Projekt das wir kreiert haben.Der Titel passt einfach perfekt zum Album.

 

RiB: Welchen Titel ist für euch sehr persönlich?

 

Peter Heritage:

mmhhhhh... Jeder Song hat eine spezielle Bedeutung für uns. Wegen der Art wie es entstanden ist und wie es zusammen kam. Dieses Album war nicht wirklich geplant. Genauso wie

Stricktly Roots. Stricktly Roots sollte kein Album werden sondern eine EP mit ein Maximum von 5 Titeln. Und als wir an den Punkt kamen, haben wir uns entschieden keine Ep zu machen sondern weiter zu machen und so entstand Stricktly Roots. Und Avracadabra entstand so ähnlich. Wir hatten noch keine EP geplant und auch kein Album. Wir haben uns eher auf das nächste Album fokussiert, dass auf den Markt kommen soll. Dieses ist auch mehr ein Wohltätigkeitsprojekt. Aber Avracadabra kam immer näher und das Charity Projekt stellten wir erstmal auf Eis damit wir dieses Album herausbringen konnten. Weil es etwas zu etwas speziellen formte. Und so kam das eben zusammen, dass jeder Song ein besondere Bedeutung für uns hat und seine eigene Geschichte.

 

RiB: Wie lange hat es gedauert dieses Album zu produzieren ohne das Reisen. Denn ich habe gehört, dass ihr die Welt bereist habt.

Peter Heritage:

Es ist so, dass du für ein Song vielleicht einige Stunden am Tag brauchst. Dann lässt du es in Ruhe und beschäftigst dich die nächsten 3 Monate nicht damit. Und deswegen brauchen Alben ein Jahr oder 2 je nachdem.Weil du zwischendurch viel reist und manchmal ist die Inspiration nicht da, weil du müde vom vielen Reisen bist. Aber manchmal bekommst du diese Vybz, wo du dann 2 bis 3 Songs an einem Tag produzierst. Und machst unterschiedliche Dinge an dem Song. Du kannst dich nicht an einen Zeitrahmen halten für ein Song. Natürlich gibt es Leute die sagen „Wir machen jetzt ein Album in den nächsten 3-5 Monaten

 

Mojo Morgan: So arbeiten wir aber nicht

 

Peter Heritage:

Und danach stellt sich heraus, dass diese 3-5 Monate zu 7, 8 oder 9 Monaten werden. Es ist eben Musik. Die Inspiration kommt wann sie will und das Album ist erst fertig bis zu dem Tag an dem es veröffentlicht wird. Denn du kannst immernoch etwas an dem Album ändern bis ein Tag vor der Veröffentlichung. Wir meinen damit, dass ein Album nie fertig ist bis es den Leuten vorgestellt wird.

 

RiB: Strictly roots sollte wie gesagt eine EP werden und dann ist es doch ein Album geworden. Wie ist es bei Avracadabra? Hattet ihr mehr als 13 songs?

Mojo:

Oh ja hatten wir. Wir haben sogar einige Songs getauscht. Wir wollten auch nichts falsches drauf haben. Es war sehr schwierig für uns. Wir wollten um die10 bis 11 Songs haben. Aber das konnten wir dann nicht machen. Was würdest du von dem Album weglassen? Es war sehr schwierig für uns. Wir mussten uns schließlich entscheiden aus 40 bis 50 Songs.

 

RiB: Könntet ihr denn nicht die Songs auf das neue Album packen? Habt ihr da schon einen Plan?

Peter Heritage:

Ja definitiv. Einige Songs auf diesem Album stammen aus den vorherigen Albumauswahlverfahren. Zum Beispiel der Song Golden wurde eigentlich für ein anderes Album geschrieben. Es war aber noch nicht fertig und es war noch nicht Zeit diesen Track zu veröffentlichen. Aber als wir anfingen mit der Songwahl, wussten wir das dieser Song perfekt zum Album passt. Und so war es auch. Das ist Musik und so machen wir Musik.

RiB: Gibt es einen Unterschied zwischen Avracadabra und Strickty Roots für Morgan Herritage? Also einen persönlichen Reifungsprozess?

Peter Heritage:

ja persönlich fahren wir musikalisch weiter fort. Der Start vom Stricktly Roots wollten wir als einen Up-Beat Sound haben. Also Stricklty Roots ist mehr peppig als andere Alben. Das alleine ist schonmal ein Unterschied. Die Energie von Stricktly Roots ist auch mehr peppig. Und bei diesem Album wollten wir ein wenig runterschrauben, so dass die Leuten entspannen können. Es gibt so viele Spannungen auf der Welt, wie die Kriege usw. das wir den Leuten mit unserer Musik helfen wollen um sie zu beruhigen. Um die Stimmung der Menschheit mit Musik zu entspannen. Und das ist der Unterschied.

RiB: Ihr habt euer eigenes Label. Könnt ihr euch vorstellen nach neuen Talenten ausschau zu halten.

Peter Heritage:

Ja wir sind grade mittendrin bei dieser Sache. Wir haben ein weibliches Talent namens Tiana. Sie ist die erste, die wir als Artist herausbringen wollen. Wir haben eine Single letztes Jahr im September herausgebracht von ihr. Sie ist auch grade in Studio am Arbeiten.

Wir suchen aber auch Künstler aus Afrika und auch überall auf der Welt. Wir sind nun schon über 20 Jahre im Geschäft und wir sind einfach an diesem Punkt angekommen, dass wir auch neuen Talenten eine Chance in der Musikbranche geben wollen. Deswegen haben wir auch Song gemacht auf Stricktly Roots mit Chronnix, Jo Mersa, Jemere oder J Boog oder jüngeren Künstlern. Wir möchten einfach zu verstehen geben, dass wir uns mit der Jugend identifizieren und mit den jungen Künstlern die sich an der Reggaemusik beteiligen. Wir haben das gleiche gemacht auf diesem Album wie z. B. Mit Kabaka Pyramid, Dre Island, um der jungen Generation zu bestätigen, dass wir sie sehen und hören und wir es lieben was sie machen und wir wollen auch ein Teil davon sein. Also definitiv arbeiten wir mit neuen Talenten.

RiB: Arbeitet ihr auch mit deutschen Künstlern oder Produzenten zusammen?

Mojo:

Also mit Gentleman und Peter Fox haben wir in der Vergangenheit schon gearbeitet.

Mit Produzenten waren es Supersonic, POW POW und Jahmere hat auch mit Jugglers

gearbeitet. Junior Blender hat 2 Songs auf Jahmeres Debutalbum „Transition“. Jamere ist der Sohn von Grams Morgan. Er ist unser Neffe. Deutschland und Europa hat die Reggaemusik am Leben gehalten. Denn Reggaemusik wurde weltweit produziert inklusive Europa Deutschland. Die Leute denken, dass Jamaica das Mekka für Reggae ist aber Jamaica ist mehr auf der Dancehallschiene. Die Reggaeproduzenten mussten einen Weg finden um mit der Dancehallenenergie zu konkurrieren. Und ihr Europäer macht diesen traditionellen Reggaesound und bringt die unterschiedlichen Sounds zusammen und experimentiert. Es funktioniert wirklich gut mit dem was wir an Musik machen und deshalb ist es sehr einfach mit einem europäischen Produzenten zusammenzuarbeiten wie Bost and Bim aus Frankreich, Seany B und Don Chandler aus UK. Wir sehen von Auge zu Auge die Richtung wohin wir Reggaemusic bringen wollen.

RiB: Könntet ihr euch auch vorstellen mit sehr bekannten Künstlern zu arbeiten aus USA oder UK?

Peter:

Oh ja natürlich denn Musik ist Musik. Wir als Künstler hören viel populäre Musik die im Radio läuft z. B. von Coldplay bis Rihanna oder Ed Sheran bis Chris Brown oder John Legend. Mit einigen von ihnen sind wir sogar befreundet. Wir hören auch viel Hip Hop wie Rick Ros, DJ Khaled oder Drake aber diese Leute hören auch Reggae und Dancehall. Es hängt eben nur mit der Zeit und dem Ort zusammen. Wir sind stolz darauf Talente zu herauszubringen. Die Leute kennen ja schon die bekannten Künstler oder auch uns aber wir möchten auch gerne neue Talente zeigen, das die Leute noch nicht gehört haben. Wie z. B. Ist auf dem Album ein internationaler Remix von Reggaenight drauf. Da sind 2 afrikanische Künstler, die sehr bekannt sind in ihrem Land aber eben nicht auf der Welt. Stonebwoi aus Ghana, Timaya aus Nigeria. Und durch diesen Remix ist die Möglichkeit da, deren Bekanntheitsgrad zu erhöhen.

 

RiB: Ich habe gehört das deine Schwester im Mutterschaftsurlaub ist.

Peter : Nein eher nicht. Sie hatte einen Herzinfarkt während der Stricktly Roots Tour als wir mit der Catch a fire Tour mit den Marleys waren. Seitdem kann sie auch nicht mehr Vollzeit im Studio sein. Sie muss sich immer noch viel ausruhen. Für jemanden der ein Herzinfarkt hatte, geht das nicht von heute auf morgen. Sie ist die älteste in der Gruppe und wir als ihre jüngeren Brüder nahmen es sehr ernst, denn wir hätten fast unsere Schwester verloren. Deshalb werden wir sie nicht auf der ganzen Welt zu Terminen oder Shows mitnehmen. Wieso sollen wir es riskieren sie zu verlieren während all diesen Reisen, wenn wir sie doch immer wieder zuhause sehen können. Esist für uns wichtiger, dass sie sich erholt. Sie hat einige Tage mit uns in der Karibik im April verbracht. Das ist das erste mal, dass sie nach 2 Jahren wieder geflogen ist. Sie kann auch nur eine gewisse Distanz fliegen, ab einer bestimmten Stundenanzahl schafft sie das nicht. Deshalb konnte sie auch nicht mit uns nach Afrika oder Europa mitkommen aber wir hoffen, dass es eines Tages klappt.

 

 

RiB: Könnt ihr anhand eurer Kinder oder sogar Enkelkinder, Nichten oder Neffen etc. sehen dass die Musik von Morgan Herritage für die Zukunft weiter geht?

Peter Heritage:

Ja. Jamere Morgan ist der erste davon. Er ist der Sohn vom Grams Morgan. Sein Debütalbum „Transtion“ wurde im Januar veröffentlicht. Er ist auch auf Tour in Amerika.

Mojo hat einen Sohn, der noch zur Schule geht. Er war auch mit uns auf Tour letztes Jahr um ihn ein Gefühl dafür zu geben. Er durfte sogar auch mit auf die Bühne. Nun ist er wieder in der Schule und lernt die Fundamente der Musik kennen. Er lernt Dinge, die wir nicht gelernt haben und kann damit die Musik auf ein anderes Level bringen. Ich habe eine Tochter die auch singt aber sie ist auch noch in der Schule „School of Arts“ in Los Angeles und studiert die künstlerische Form von Entertainment, Tanzen, Singen und Schauspielerei. Also sein Sohn und meine Tochter gehen zur Schule und lernen die Kunst der Musik. Es sieht für mich ganz danach aus, dass die nächste Generation Morgan Herritage weiter bringt.

 

 

RiB: Neben eurer Musik gibt auch noch andere Geschäfte die ihr macht wie z. B. Kaffee?

Peter Heritage:

Ja das ist Grams

Oder auch eine Scotch Bonnet Plantage?

Das macht alles Grams das Essen und Trinkgeschäft.

 

RiB: Habt ihr denn etwas neben eurer Musik? Wie Modedesign

Mojo:

Wir würden gerne mit der Marke Morgan Heritage mit anderen Firmen zusammen arbeiten

wie z. B. mit Mode. Unser Recordlabel aber das hat ja wieder etwas mit Musik zu tun.

Wir erreichen langsam den Punkt, was aber nichts mit unserem Alter zu tun hat sonder einfach mit all den Jahren im Musikbiss würden wir gerne wie z. B Jay Z als er viele Künster unter Vertrag nahm in seiner Roc Nation nachdem er sehr berühmt wurde und er war noch jung. Er war sogar erfolgreich nach über 10 Jahren bis er sich dachte, dass er auch andere mit auf die Bühne nimmt so entstand seine Rocafella family. So tourt er heute mit Camron, Santana, Beeni Seagal und das ganze Team eben. Ich das ist die Richtung wo wir auch hin wollen.

 

RiB: Ihr seit in Brooklyn New York geboren aber lebt in Jamaika seit mitte der 90er.

Gibt es einen anderen Ort wo ihr gerne leben würdet oder nur Jamaika?

 

Mojo:

Wir haben schonmal in unserem Song Selah über Dubai gesprochen. Wir hatten durch unsere Welttour die Möglichkeit dorthin zu reisen. Und es ist sehr schön und gemütlich. Wir könnten uns schon vorstellen dort zu leben.

Wenn man aus New York kommt schätzt man auch dass all die unterschiedlichen Kulturen zusammen kommen. Sogar in einigen muslimische Ländern kommen auch unterschiedliche Kulturen zusammen, weil die Leute aus unterschiedlichen Ländern kommen.

Nairobi ist unser Zuhause in Afrika geworden. Und wir wollen dort auch mehr Zeit verbringen.

Wenn wir mal eine Pause bekommen, sind wir mal dort für ein paar Monate. Es gibt viele Ort, die wir noch nicht bereist haben, also weiß man nie was passiert.

 

RiB: Ich glaube ich habe euch das erste mal 1999/2000 in Berlin in Pfefferberg gesehen. Ihr seid schon mind. 15 mal in Berlin gewesen. Habt ihr eine besondere Verbindung zu Berlin?

Mojo:

Die Kultur,  ich meine es ist eine sehr vielfältige Stadt. Und ich glaube, sie ist auch die vielfältigste in Deutschland. Wir reden hier von der türkischen Gemeinschaft, der afrikanischen Gemeinschaft etc. Den unterschiedlichen Glaubensrichtungen wie der christlichen und muslimischen. Die deutschen vermischen sich auch mit all den ethnischen Unterschieden.

Und auch die Geschichte der Deutschen mit der Teilung von Ost und West. Leider hatte ich noch nicht die Möglichkeit mal eine Woche in Berlin zu verbringen. Und dabei gibt es Unmengen an Geschichte in Berlin. Ich habe ein weiteres Tonstudio entdeckt, wo U2 eines ihrer besten Alben produziert hat. Uns wir auch viel gezeigt und erklärt von unserem Promotionfreund ein DJ von Balihu. Er erzählte uns einige Geschichten von den Orten der Radiosender, die wir besucht haben, und das wichtigste was passiert als der Weltkrieg ausbrach, die Mauer gebaut wurde und dass diese in den 80er Jahre gefallen ist. Eine Sache die wir wollen ist die Erhaltung der europäischen Geschichte, die Architektur, dem Design, der Kultur. Das verliert man nicht.

 

Das war es auch schon. Vielen Dank und alles Gute Euch.

 

Morgan Heritage: Avrakadabra

Audio CD (19. Mai 2017)

Anzahl Disks/Tonträger: 1

Label: Cool To Be Conscious Music (Membran)

 

Interview: monique a. Mai 2017

Foto: Perry Ottmüller

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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